«Ich hatte feuchte Augen»

Adrian Blank traute seinen Augen kaum, als er auf einem Kinoplakat seine Heimatstadt entdeckte.
Adrian Blank traute seinen Augen kaum, als er auf einem Kinoplakat seine Heimatstadt entdeckte. © zVg
«Meet Me In St.Gallen» – als der Ostschweizer Adrian Blank vor einem philippinischen Kino diesen Filmtitel las, wurden bei ihm unerwartet Heimatgefühle geweckt. Im Kinosaal wird dem Auswanderer bewusst, wie sehr ihm das winterliche St.Gallen fehlt.

Eigentlich spielt sich Adrian Blanks Leben knapp 17’000 Kilometer fern von St.Gallen ab. Denn seit er vor sechs Jahren als Volunteer für ein Schweizer Hilfswerk für drei Monate auf die Philippinen gereist ist, hat es ihm die Insel im Westpazifik angetan und er verschob seinen Lebensmittelpunkt von der Ostschweiz in die philippinische Provinz Bohol. Doch als der 45-Jährige, der als Hilfswerkmitarbeiter arbeitet, vor einigen Tagen durch die Stadt schlenderte, übermannten ihn unerwartet Heimatgefühle: «Als mein Blick beim Vorbeigehen ein Filmplakat streifte, hat es mich beinahe aus den Socken gehauen. Ich musste sogar nochmals zurückgehen, weil ich meinen Augen nicht traute. Aber auf dem Plakat stand tatsächlich St.Gallen», erklärt Adrian.

Auf den letzten Drücker

Für den gebürtigen St.Galler war sofort klar: Sobald der Film «Meet Me In St.Gallen» im Kino läuft, muss er ihn sehen. Am letzten Tag schaffte er es. «Es hat sich gelohnt», sagt Adrian. Die viele Szenen von St.Gallen, der Marktplatz, das Mühleggbähnli, die drei Weieren, die Multergasse hätten bei ihm Heimatgefühle geweckt. «Diese vertrauten Bilder auf der Leinwand, das verschneite St.Gallen, all das hat mich sehr bewegt. Ehrlich gesagt, hatte ich sogar feuchte Augen.»

«Manchmal vermisse ich den Schnee»

Während Adrian alles vertraut war, tauchten die übrigen Kinobesucher in eine andere Welt ein. Adrian: «Schnee ist für die Filipinos etwas Aussergewöhnliches. Winter, wie wir sie in der Schweiz kennen, gibt es hier nicht.» Mit dem Entscheid, den Liebesfilm «Meet Me In St.Gallen» mit der britisch-philippinischen Schauspielerin Bela Padilla in der Hauptrolle im vorweihnachtlichen St.Gallen zu drehen, traf die philippinische Filmcrew also offenbar ins Schwarze. Sogar Sommermensch Adrian, der bewusst das ganze Jahr über auf den sonnig, warmen Philippinen lebt und nur im Sommer einige Monate in der Schweiz verbringt, bekam beim Anblick des verschneiten St.Gallen etwas Sehnsucht. «Manchmal vermisse ich den Schnee und das Skifahren», gesteht er. Doch monatelang im Schnee leben, will er dann doch nicht mehr. «Ich kaufe mir den Film ‹Meet Me In St.Gallen› einfach auf DVD. Dann habe ich das winterliche St.Gallen immer bei mir Zuhause.»

(dac/stm)


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