«Unfälle können immer passieren»

Von Stephanie Martina
Sowohl das Alpamare als auch der Säntispark verfügen über eine Trichterrutsche.
Sowohl das Alpamare als auch der Säntispark verfügen über eine Trichterrutsche. © Alpamare
Seit 30 Jahren bietet das Alpamare in Pfäffikon seinen Besuchern Rutschvergnügen – bisher ohne nennenswerten Unfall. Die Rutschenwelt im Säntispark ist hingegen gerade mal gut zwei Monate geöffnet und hat bereits seinen ersten Unfall mit Verletzten zu beklagen. FM1Today hat Alpamare-Chefin Martine Oosting nach den Sicherheitsvorkehrungen gefragt.

Am Sonntag kam es in der neuen Rutschenwelt Säntispark in Abtwil zu einem Unfall in einer der Rutschen. Mehrere Personen steckten in der dunklen Trichterrutsche «Wirbelwind» fest, weil zuvor zwei Buben mit Ringen die Rutsche hinunterfuhren. Da es sich um eine Körperrutsche handelte, verkeilten sich die Ringe in der Röhre der Rutschbahn und sorgten dafür, dass die nachfolgenden Personen stecken blieben. Drei Personen konnten sich minutenlang nicht aus der Rutsche befreien. Panik brach aus, doch von Seiten des Säntisparks kam keine Hilfe. Denn der verantwortliche Bademeister hatte kurz vor dem Zeitpunkt des Unfalls den Kontrollraum verlassen, um andere Gäste auf die Baderegeln aufmerksam zu machen. Wie der Säntispark am Dienstag in einer Medienmitteilung zugab, habe sich der Mitarbeiter falsch verhalten.

Klare, eindeutige Sicherheitshinweise

Auch beim Rutschen-Konkurrent Alpamare in Pfäffikon SZ lassen sich Unfälle auf den Rutschen nicht gänzlich vermeiden, jedoch sei es bisher noch zu keinem derart gravierenden wie jener im Säntispark gekommen, wie Geschäftsführerin Martine Oosting auf Anfrage von FM1Today sagt.

Mittels eindeutigen und unmissverständlichen Warn- und Sicherheitstafeln bei allen elf Rutschen versuche das Alpamare so viele Unfälle wie möglich zu verhindern. Bis man die beste und verständlichste Variante gefunden hatte, habe man lange geprobt: «In den vergangenen 30 Jahren haben wir verschiedene Arten von Warnhinweisen ausprobiert. Mit Bildern und auch in verschiedenen Sprachen. Am besten haben sich bis heute Piktogramme bewährt», erklärt Martine Oosting. Darauf sind jeweils die erlaubten Rutschgegenstände abgebildet und auch die Anzahl der Personen, die auf dem Gefährt Platz nehmen dürfen. Gleichzeitig würden die Hilfsmittel, die verboten sind, auf einem separaten Bild durchgestrichen.

Zudem hat das Alpamare bei jeder Rutschbahn einen aufgeblasenen Rutschring, eine Rutschmatte oder einen Rutschbob aufgehängt, um nochmals zu verdeutlichen, dass nur rutschen darf, wer eines dieser Rutschgeräte bei sich hat. Dadurch könne es eigentlich nicht passieren, dass die Leute aus Unwissenheit mit einem falschen Hilfsmittel auf die Rutschen gelangen.

Regelverstösse werden sanktioniert

Doch auch im Alpamare, im grössten überdachten Wasserpark Europas, kommt es hin und wieder zu Regelverstössen, die bewusst begangen werden. Die Geschäftsführerin zeigt sich bis zu einem gewissen Grad jedoch verständnisvoll: «Ich kenne es von meinen eigenen Kindern: Jugendliche probieren gerne mal etwas aus, weil es Spass macht. Doch das können wir nicht dulden. Es ist unsere Pflicht, die Regelverletzer darauf aufmerksam zu machen, dass das nicht erlaubt ist und dass unsere Vorschriften durchaus einen Grund haben.»

Hierbei würden die Bademeister eine zentrale Rolle spielen. «Unsere Bademeister auf der Start- und der Zielebene achten genau darauf, dass mit den richtigen Ringen, Matten oder Bobs gerutscht wird. Doch auch sie haben nur zwei Augen. Und wenn mehrere hundert Leute da sind, kann es leider schon mal vorkommen, dass jemand mit einem Ring eine Rutsche benutzt, für die keine Hilfsmittel vorgesehen waren. Aber auf unseren Bahnen sollte ein solcher Regelverstoss nicht zu einem Problem führen. Bisher ist wegen eines falschen Rutschgegenstandes noch nie etwas passiert», hält Martine Oosting fest.

Die Bademeister würden jederzeit über die Videoüberwachungskameras das Geschehen im Rutschparadies beobachten. Zudem seien sie alle über Funkgeräte miteinander verbunden, damit schnell regagiert werden könne. Wer sich im Alpamare nicht an die Rutschvorschriften hält und damit sich und andere gefährdet, muss im harmlosesten Fall mit einer Verwarnung rechnen. «Kommt es danach erneut zu einem Regelverstoss, erhält die Person ein 30-minütiges Rutschverbot. Und wer sich danach noch immer noch nicht an die Vorschriften hält, muss das Bad verlassen», betont Oosting.

«Unfälle können leider passieren»

Dass dieser Unfall dem neuen Image des Säntisparks ernsthaft schaden kann, glaubt Martine Oosting nicht, allerdings betont sie: «Wichtig ist, dass man als Freizeiteinrichtung sofort zeigen kann, dass man über gut sichtbare und verständliche Sicherheitsvorschriften und Warnhinweise verfügt.» Man müsse sich auch immer vor Augen halten, dass es sich sowohl beim Säntispark als auch beim Alpamare um eine Sporteinrichtung handle. «Wie auf Skipisten und Fussballplätzen können Unfälle leider passieren – vor allem, wenn man sich nicht an die Regeln hält».


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