Dringlicher Appell

«Im November und Dezember sind Spitäler überlastet»

30. Oktober 2020, 16:45 Uhr
Bereits im November könnten einzelne Spitäler überlastet sein.
© KEYSTONE/LAURENT GILLIERON
Es war ein grosser Appell der Bundesexperten an die Bevölkerung, die geltenden Massnahmen einzuhalten und die persönlichen Kontakte so weit wie möglich einzuschränken. Die Experten des Bundes machten deutlich, «die zweite Welle schreitet voran». Eine Überlastung der Spitäler sei kaum mehr zu verhindern.

Schweizweit liegt die sogenannte Inzidenz bei 900 Neuinfektionen auf 100'000 Einwohner in den letzten 14 Tage. «Es kann sein, dass aufgrund der vielen Fälle in den letzten Tagen nicht alle Fälle in die Zahlen eingeflossen sind», sagt Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle im Bundesamt für Gesundheit BAG. Die Infektionszahlen seien aufgrund der höheren Testkapazität nicht mit der Situation im Frühling zu vergleichen. Bei der Anzahl Hospitalisierungen und Todesfälle sei die Entwicklung jedoch vergleichbar. Einzig die Minimierung der persönlichen Kontakte könne die Infektionskette brechen. Das gilt auch für Halloween.

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Quelle: CH Media Video Unit

Schnelltests ab Montag verfügbar

Ab Montag sind laut Virginie Masserey Corona-Schnelltests in Apotheken und Arztpraxen verfügbar. Der Test ist gratis und Resultate liegen innerhalb von 15 Minuten vor. Die Ergebnisse der Tests werden automatisch dem BAG übermittelt. Empfohlen werden die Schnelltests für Menschen mit Symptomen seit weniger als vier Tagen, welche nicht Teil einer Risikogruppe sind.

«Die Spitäler werden überlastet sein»

«Wir haben immer mehr Gesundheitspersonal, welches sich mit dem Virus infiziert», sagt die Berner Kantonsärztin Linda Nartey. Die Situation in den Arztpraxen sei daher sehr zunehmend angespannt. Weiterhin verdoppeln sich wöchentlich die Hospitalisierungen und die Fälle auf den Intensivstationen. «Jetzt müssen wir damit rechnen, dass die Kapazität in den Spitälern überschritten werden», sagt Martin Ackermann, Präsident der nationalen COVID-19 Science Task Force. Selbst eine Erhöhung der Kapazitäten auf den Intensivstationen würde nur kurzfristig eine Besserung bringen. «Ein exponentielles Phänomen können wir nicht mit einer linearen Massnahme bekämpfen», so Ackermann. Der Bund empfiehlt daher, den Verzicht auf nicht lebenswichtige Operationen.

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Quelle: Keystone-SDA

Regeln für den Sport führten zu Unklarheiten

Braucht es nun eine Maske im Fitnesscenter oder nicht? Nach den neusten Regeln des Bundesrats gab es viel Fragen. Matthias Remund, Direktor des Bundesamts für Sport BASPO, versucht Klarheit zu schaffen. «Sport ist wichtig für die mentale und körperliche Gesundheit», erklärt er. In Innenräumen, wie im Fitnesszentrum, bei Yoga oder Pilates, müsse eine Maske getragen und der Abstand eingehalten werden. Im Freien brauche es auch keine Masken, sofern man genügend Abstand zu anderen Personen hat. Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre dürfen weiterhin ganz normal Sport machen. Für Erwachsene ist Sport nur ohne Körperkontakt erlaubt.

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Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 30. Oktober 2020 15:52
aktualisiert: 30. Oktober 2020 16:45