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Johnson & Johnson

Nun kommt der neue Impfstoff: Das musst du wissen

4. Oktober 2021, 14:44 Uhr
Ab dieser Woche beginnen die Kantone mit der Verimpfung der 150'000 Vakzine von Johnson & Johnson. Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um den Impfstoff.
Impfdose des Coronavirus-Impfstoffs des Unternehmens Janssen, das zum Gesundheitskonzern Johnson & Johnson gehört. (Archivbild)
© KEYSTONE/AP Johnson & Johnson

Wie funktioniert der Impfstoff von Johnson & Johnson?

Der Impfstoff von Johnson & Johnson ist vektorbasiert. Das heisst: Der Impfstoff bildet Teile der Hülle des Coronavirus auf einem ungefährlichen Virus nach. Dabei wird das Virus vom Immunsystem zerstört. Dieses merkt sich das Vorgehen gegen das Virus. Bei einer Infektion mit dem tatsächlichen Coronavirus weiss das Immunsystem dann, wie es gegen das Virus ankämpfen muss.

Hier erklärt Swissmedic ausführlich, wie der Impfstoff funktioniert:

Beim Impfstoff von Janssen, das zum Gesundheitskonzern Johnson & Johnson gehört, ist – anders als bei jenen von Pfizer/Biontech und Moderna – nur eine Dosis nötig. Drei Wochen nach der Impfung wird das Covid-Zertifikat ausgestellt.

Wer erhält das Vakzin von Johnson & Johnson?

Die Impfstoffe von Johnson & Johnson sind primär für diejenigen vorgesehen, die sich aus medizinischen Gründen nicht mit dem mRNA-Stoff impfen lassen können. Zu den medizinischen Gründen zählen gemäss Christoph Berger, Präsident der eidgenössischen Kommission für Impffragen:

  • Personen mit schweren allergischen Allgemeinreaktionen auf Inhaltsstoffe des mRNA-Impfstoffs
  • Personen, die nach der ersten Dosis der mRNA-Impfung schwere allergische Reaktionen zeigen

Diese beiden Gruppen umfassen gemäss Berger rund 100 Personen in der Schweiz. Daher soll der Impfstoff von Johnson & Johnson auch für diejenigen zugänglich sein, die eine mRNA-Impfung ablehnen.

Der Janssen-Impfstoff wird Personen ab 18 Jahren empfohlen – Jüngere ab zwölf Jahren, Schwangere und immundefiziente Personen sollen sich laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) weiter mit mRNA-Impfstoffen impfen lassen.

Ab wann und wo erhält man die Impfung mit Johnson & Johnson?

Das ist wiederum Sache der Kantone. Auf den Webseiten der Kantone kann man sich darüber informieren, wo und wie man an eine Impfung mit Johnson & Johnson kommt. Eines ist sicher: Ein Arztzeugnis, das medizinische Gründe für die Impfung mit Johnson & Johnson attestiert, braucht man nicht.

Der Kanton St.Gallen erhält rund 9000 Dosen. Die ersten Dosen werden ab dem 12. Oktober verabreicht. Walk-in-Impfungen sind ab dem 19. Oktober geplant (19. Oktober im Impfzentrum Wil, 20. Oktober im Impfzentrum St.Gallen, 21. Oktober im Impfzentrum Buchs und 22. Oktober im Impfzentrum Jona).

Nach Graubünden werden rund 3000 Dosen geliefert. Appenzell Ausserrhoden verimpft seine 1000 Dosen am 8. und 16. Oktober in den zwei kantonalen Impfzentren in Herisau und Heiden. Die Innerrhoder Bevölkerung kann sich seit letzter Woche für eine Impfung mit Johnson & Johnson anmelden.

Ist der neu zugelassene Impfstoff sicherer als diejenigen, die auf mRNA basieren?

Nein, die mRNA-Impfstoffe (Pfizer/Biontech und Moderna) sind nach wie vor sehr sicher. Der Impfstoff von Johnson & Johnson wurde von der Zulassungsstelle Swissmedic ebenfalls als sehr sicher eingestuft. Die Wirksamkeit beträgt laut Studien knapp 67 Prozent. Schwere und kritische Krankheitsverläufe werden zu fast 85 Prozent verhindert.

Die häufigsten Nebenwirkungen sind, wie bei Pfizer/Biontech und Moderna, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schmerzen an der Einstichstelle oder Übelkeit. Zudem besteht, anders als bei den mRNA-Vakzinen, das geringe Risiko einer Sinusthrombose (eines Gerinnsels in der Gehirnvene).

Wird für Leute, die sich mit einem mRNA-Vakzin impfen lassen haben, eine dritte Impfung nötig?

Nach bisherigem Stand nicht. Die Daten aus Israel, den USA und dem Vereinigten Königreich sind unterschiedlich und werden genau angeschaut. Für Personen mit bestimmten Vorerkrankungen oder schwachem Immunsystem könnte eine Auffrischungsimpfung empfehlenswert sein. Mit zwei Dosen sei man grundsätzlich gut geschützt, sagt Christoph Berger. Es gebe in der Schweiz aktuell keine Hinweise auf einen Abfall des Impfschutzes. Im Moment sei es wichtiger, diejenigen zu impfen, die noch nicht geimpft sind, als den Fokus auf «Booster»-Impfungen zu legen.

Die Frage, welche Marke für eine allfällige «Booster»-Impfung benutzt werden soll, könne zurzeit noch nicht beantwortet werden. Es sei noch nicht ganz klar, ob es entscheidend sei, ob Erst- und Auffrischungs-Impfung von der gleichen Marke seien.

Wann werden die Massnahmen gelockert?

Das BAG strebt das Ziel an, die Massnahmen lockern zu können und gleichzeitig die Intensivstationen nicht zu überlasten. Damit das möglich ist, strebe man ein Ziel nach dem Vorbild Dänemark an, wo die Massnahmen beendet werden konnten. Christoph Berger will sich da auf keine konkrete Zahl fixieren. In Dänemark ist die Impfquote über 75 Prozent, in der Schweiz sind knapp 59 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft.

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 29. September 2021 16:30
aktualisiert: 4. Oktober 2021 14:44