Anzeige
Coronavirus

«Wir dürfen uns nichts vormachen» – zweite Welle noch nicht überwunden

27. November 2020, 16:05 Uhr
Die Corona-Fallzahlen sind weiterhin leicht rückläufig, mittlerweile sinkt auch die Positivitätsrate, bestätigt die BAG-Vertreterin Virginie Masserey. Die Zahl der Todesfälle stabilisiert sich auf hohem Niveau.
Player spielt im Picture-in-Picture Modus

Quelle: CH Media Video Unit

Die zweite Welle sei im Hinblick auf die Hospitalisierungen und Todesfälle intensiver als die erste, sagt die Leiterin der Infektionskontrolle Masserey. Zurzeit belegen die Corona-Patienten 60 Prozent der Intensivbetten. «Wir dürfen nicht auf diesem hohen Niveau bleiben», sagt Masserey.

Player spielt im Picture-in-Picture Modus

Quelle: CH Media Video Unit

Wann sind wir über den Berg?

Der aktuelle Rückgang der Fallzahlen gehe hauptsächlich auf das Konto der Westschweizer Kantone, gibt der Basler Kantonsarzt Thomas Steffen zu bedenken. Diese hatten auf hohe Fallzahlen mit strengen Massnahmen reagiert. Ab dem 10. Dezember dürfen Restaurants in den Westschweizer Kantonen Waadt, Neuenburg, Freiburg, Genf und Jura wieder öffnen. Es sei nicht sicher, ob die jüngst erfreuliche Entwicklung so weitergehe.

Wie feiern wir Weihnachten?

Das BAG hat auf seiner Webseite Tipps zum kommenden Weihnachtsfest veröffentlicht: «Während der Festtage müssen wir nicht auf Feiern mit der Familie oder Freunden verzichten. Planen Sie jedoch frühzeitig, wie Sie dieses Jahr feiern. Dabei gilt es vor allem zu vermeiden, dass Sie sich im Familien- und Freundeskreis gegenseitig anstecken. Bedenken Sie, dass infizierte Personen bereits zwei Tage vor Symptombeginn ansteckend sind.»

Macht die Bevölkerung genügend gut mit?

Steffen stellt erfreut fest, dass die Masken immer mehr akzeptiert werden. Der Schweizer Sonderweg in Europa mit nur regionalen Teil-Slowdowns könne aber nur funktionieren, wenn der Grossteil der Bevölkerung mitmache und die Massnahmen befolge. «Sonst wird das auf Dauer nicht funktionieren.»

Warum wird weniger getestet?

«Entweder sind die Leute weniger krank, was die positive Erklärung wäre. Oder die Leute zögern, weil sie nicht in Isolation oder Quarantäne wollen», sagt Virginie Masserey von der Infektionskontrolle. Allerdings sei es zwingend nötig, sich bei Symptomen testen zu lassen, da man spätestens dann ansteckend sei. Nur so könne man die Quarantäne für Mitmenschen verhindern.

Weshalb ist die Schweiz in Sachen Impfstoff langsamer als die Nachbarländer?

«Die Schweiz steht bei der Impfung anderen Ländern nicht nach», versichert Virginie Masserey. Es bestehe kein Tempo-, sondern ein Kommuniktaionsunterschied. Deutschland und andere Länder hätten schon kommuniziert, dass man bald impfe, die Schweiz nicht. «Niemand hat die Phase-3-Studien gesehen. Kein Mensch kann sagen, ab wann geimpft wird.»

Kommt eine nationale Teststrategie für Pflegeheime wie in manchen Nachbarstaaten?

Es sei den Kantonen bereits jetzt freigestellt, systematische Tests in Heimen zu empfehlen. Allerdings sei man auf Bundesebene am diskutieren, bald eine breiter abgestützte Empfehlung abzugeben.

Eine Milliarde mehr für Corona-Härtefälle

Player spielt im Picture-in-Picture Modus

Quelle: CH Media Video Unit

Der Bund hat bisher 26 Milliarden Franken Covid-19-Kredite zur Verfügung gestellt, so Erik Jakob, Leiter der Direktion für Standortförderung (SECO). Nun komme eine weitere Milliarde für Härtefälle dazu:

Hier gibt's den ganzen Liveticker zum Nachlesen:

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 27. November 2020 15:21
aktualisiert: 27. November 2020 16:05