Coronavirus

Zu wenig Material und Personal: Thurgau und St.Gallen haben Test-Probleme

Angela Müller, 22. Oktober 2020, 17:38 Uhr
Im Kanton St.Gallen muss man in bestimmten Arztpraxen bei Corona-Tests mit Wartezeiten rechnen.
© Keystone (Symbolbild)
Sowohl im Thurgau als auch im Kanton St.Gallen hapert es mit der Corona-Testkapazität. Die Gründe sind aber unterschiedlicher Natur. Während der Thurgau auf die Hilfe des BAG hoffen muss, setzt der Kanton St.Gallen auf den Zivilschutz.

Bundesrat Alain Berset hat am Donnerstag zum wiederholten Mal angekündigt, so schnell wie möglich Schnelltests zu ermöglichen, um die Kantone bei den Testkapazitäten zu unterstützen. Gerade der Kanton Thurgau wäre dringend darauf angewiesen. Denn hier sind Corona-Tests Mangelware: «Die Testkapazität ist aufgrund der beschränkten Verfügbarkeit des Testmaterials weiterhin knapp. Die Nachlieferungen des Testmaterials sind schwankend», teilt das Gesundheitsdepartement des Kantons Thurgau auf Anfrage von FM1Today mit. Wie das BAG mitgeteilt habe, sei dieses Problem bereits erkannt und es soll zu einer Verbesserung kommen.

Zivilschützer sollen Arztpraxen unterstützen

Weil es im Kanton Thurgau an Testmaterial mangelt, gibt es hier keine Kapazitätsprobleme beim Personal. Doch gerade damit kämpft wiederum der Kanton St.Gallen. «Zurzeit führen wir im Kanton St.Gallen täglich zwischen 1000 bis 1200 Tests durch. Die Arztpraxen stossen zurzeit an ihre Kapazitätsgrenzen», sagte Kantonsärztin Danuta Zemp an der Medienkonferenz am Dienstag.

Nun soll der Zivilschutz einspringen. «Wir sind derzeit an der Ausarbeitung des Projekts und können deshalb noch keine Details nennen. Sobald wir damit fertig sind, werden wir es kommunizieren», teilt das Gesundheitsdepartement des Kantons St.Gallen am Donnerstag auf Anfrage mit. Zivilschützer sollen, gemäss Zemp, die stark belasteten Schwerpunktspraxen im Kanton unterstützen, dies vor allem in «Sachen Logistik».

Keine grösseren Testzentren geplant

Stellt sich die Frage, ob es nicht sinnvoll wäre, wieder grössere Testzentren einzurichten, wie es zum Beispiel der Kanton St.Gallen im Frühling tat. Ende März hatte das Gesundheitsdepartement in der Olma-Halle in St.Gallen und in Sargans und Rapperswil je ein Konsultationszentrum zur Unterstützung der Arztpraxen eingerichtet. Doch im Kanton St.Gallen winkt man ab: Testzentren wie man sie im Frühjahr eingerichtet habe, werde man nicht mehr errichten.

Auch der Kanton Graubünden, wo es derzeit weder mit der Beschaffung der Tests noch mit der Testkapazität Probleme gibt, möchte keine Testzentren einrichten: «Wie bei der ersten Welle erfolgen die Tests dezentral in den Arztpraxen und in den Spitälern. Das hat sich bewährt. Insbesondere die Spitäler bauen ihre Kapazitäten aus.» Anders schätzt der Kanton Thurgau die Lage ein und möchte nichts ausschliessen: «Grössere Teststationen sind Teil unserer Eventualplanung. Aktuell sind diese jedoch noch nicht angedacht.»

Wie schnell das BAG sein Versprechen wahr machen wird, zuverlässige Schnelltests zur Unterstützung der Testkapazitäten der Kantone zuzulassen, wird sich hoffentlich in den nächsten Tagen zeigen.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 22. Oktober 2020 17:38
aktualisiert: 22. Oktober 2020 17:38