Das ändert sich für Karin Keller-Sutter

Das Leben der neuen Bundesrätin steht schon kurz nach der Wahl Kopf.
Das Leben der neuen Bundesrätin steht schon kurz nach der Wahl Kopf. © (KEYSTONE/ Peter Schneider)
Nach einer Wahl in den Bundesrat wird das Leben auf den Kopf gestellt. Die Sicherheitsvorkehrungen sind extrem hoch, trotzdem wurde ein Twitter-Fake-Account von ihr errichtet.

Etwas mehr als 24 Stunden ist es her, als Karin Keller-Sutter die ersten Gratulationen zur Wahl als Bundesrätin entgegen nehmen durfte. Seither hat sich schon einiges getan. Unzählige Hände musste sie schütteln, ständig blitzt ein Fotoapparat oder jemand hält ihr ein Mikrofon vor das Gesicht.

Gefälschter Twitter-Account

Schon einen Tag nach der Wahl muss sich Karin Keller-Sutter mit einem Fake-Twitter-Account herumschlagen. Am Donnerstagmittag startet der Account, der täuschend echt wirkte mit «Willkommen!».

 

 

Unzählige Journalisten folgten der St.Gallerin, auch Bundesrat Alain Berset, verschiedene Botschafter und Politiker. Gemäss dem Online-Portal Watson handelt es sich aber um einen Fake-Account. Dies bestätigte die Bundeskanzlei dem Portal. «Es handelt sich nicht um ein Profil von Karin Keller-Sutter. Wir werden bei Twitter Meldung erstatten», so ein Sprecher.

Gegen 18 Uhr meldet sich der italienische Journalist Tommaso De Benedetti und gibt den Fake zu, dies nachdem er einige abstruse Tweets verfasst hatte.

 

Es gibt aber noch unangenehmere Dinge, welche die frischgebackene Bundesrätin erwarten. «Nach meiner Vereidigung wurde ich abgeführt und konnte nicht mehr selbstständig handeln», sagt alt Bundesrat Moritz Leuenberger zu Radio SRF 1. Selbst seine Akten hätte er im Saal liegen lassen müssen.

Geheime Telefonnummer

Zuhause ging es dann weiter: «Kaum war ich angekommen, hat sich der Sicherheitsdienst gemeldet.» Die erste Anweisung betraf sein Telefon. «Sogar meine Frau durfte meine Telefonnummer aus Sicherheitsgründen nicht mehr benutzen», sagt Leuenberger. Das Sicherheitsdispositiv für Bundesräte ist hoch – doch auch für den Notfall wird vorgesorgt: Der Sicherheitsdienst notierte auch Leuenbergers Blutgruppe. Auf die verwunderte Nachfrage von Leuenberger, warum sie das wissen müssten, kam die makabere Antwort: «Nicht jeder Schuss eines Attentäters trifft mitten ins Herz. Die Ärzte sind froh, wenn wir ihnen die Blutgruppe sagen können.»

Sicherheitscheck im Haus

Auch das Haus von alt Bundesrat Hans-Rudolf Merz wurde einem Sicherheitscheck unterzogen, wie das Tagblatt schreibt. Doch nicht nur das: Auch das Hotelzimmer in Bern, mitsamt Fenster und Türen, wird gesichert. Für Karin Keller-Sutter müssten wohl ebenfalls zwei Wohnungen gesichert werden. Wie sie im Interview mit TVO angekündigt hat, will sie in Wil wohnen bleiben, aber unter der Woche in Bern leben.

Als Merz zum Bundesrat gewählt wurde, bekam er zudem ein abhörsicheres Mobiltelefon und eine neue, sichere E-Mail-Adresse. Auch die analoge Post wird nicht mehr direkt an den Bundesrat zugestellt, sondern durchläuft zuerst einem speziellen Sicherheitscheck in einer eigenen Abteilung bei der Post.

Fast eine halbe Million Lohn

Was konkret bei der neuen Bundesrätin Karin Keller-Sutter gemacht wird, will die Bundeskanzlei nicht sagen: «Zum Sicherheitsdispositiv für Magistratspersonen können wir keine Auskünfte erteilen», schreibt Mediensprecher René Lenzin. Einzig der Ablauf in den nächsten Tagen ist klar. «Die neuen Bundesräte erhalten wichtige Informationen über das neue Amt. Dazu zählen Fragen der Sicherheit ebenso wie organisatorische und inhaltliche Aspekte.» Nach der Departementsverteilung, die am Freitag stattfindet, wird sich Karin Keller-Sutter auch spezifisch mit den Geschäften des zukünftigen Departements befassen.

Sicher ist auch schon der Lohn, der schon bald auf das Konto der Wilerin fliessen wird. Eine Bundesrätin verdient 447’834 Franken brutto und erhält dazu eine Spesenpauschale von 30’000 Franken. Welche Vorteile ein Bundesrat sonst noch hat, siehst du in der Bildergalerie.

(tbr/agm)

 

 

 


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