«Der Marktplatz soll eine Stube sein»

Die Bewohner von St.Gallen wünschen sich einen Marktplatz zum Verweilen, hier im Bild die Marktplatz-Rondelle. (Archiv)
Die Bewohner von St.Gallen wünschen sich einen Marktplatz zum Verweilen, hier im Bild die Marktplatz-Rondelle. (Archiv) © Tagblatt/Urs Jaudas
Der Stadtrat hat einen offenen Wettbewerb für den Marktplatz St.Gallen ausgeschrieben. Für einmal durften verschiedenen Parteien vorher ihre Bedürfnisse an den zentralen Stadtplatz anmelden.

Der Marktplatz in St.Gallen steht schon lange zur Debatte, zwei Abstimmungen zu dessen Umgestaltung hat das Volk an der Urne bachab geschickt. Nun will es die neue Stadträtin und Bauvorsteherin Maria Pappa besser machen. Und im Gegensatz zu ihrer Vorgängerin will sie genau hinhören.

Frühstens 2022 kann gebaut werden

Für den Stadtrat ist klar, dass die früheren Abstimmungsprojekte nicht den Bedürfnissen des Marktplatz-Forums entsprochen haben. Deshalb setzt er mit einem offenen Wettbewerb auf einen Neustart. Bis zum Spätherbst dieses Jahres können die Vorschläge eingereicht werden. Ende Jahr soll die Jurierung stattfinden und im Februar 2019 werden sie der Öffentlichkeit vorgestellt.

Verschiedene Wünsche berücksichtigen

Verschiedene Interessensgruppen konnten im «Forum Marktplatz» ihre Ansprüche und Bedürfnisse im Gebiet Marktplatz, Bohl und Blumemarkt gegenüber der Stadtverwaltung anbringen. Der Schlussbericht sowie die Rückmeldungen ergeben folgende Hauptaussagen: Bei der Neugestaltung von Marktplatz, Bohl und Blumenmarkt wird eine Vision gewünscht.

«Die Bevölkerung wünscht sich einen repräsentativen Platz», sagt Maria Pappa. «Wichtig ist auch, dass die Leute sich verpflegen und verweilen können wie in einer Stube», sagt Pappa. Dazu kommt der Wunsch nach regelmässigem Markt – der Stadtrat setzt hier auf eine «nicht festinstallierte Infrastruktur».

Calatrava-Halle darf abgebrochen werden

In Sachen öV besteht der Wunsch, dass die Haltestellen dort bleiben, wo sie sind. Allerdings dürfte in Zukunft der Verkehr stark zunehmen, was unter Umständen eine Verschiebung der Haltestellen erfordert. Der Stadtrat ist zudem auch zum Schluss gekommen, dass je nach Situation, sowohl Calatrava-Halle als auch die Marktplatz-Rondelle nicht zwingend bestehen bleiben müssen.

Falls die neue Bibliothek am Standort Union/Blumenmarkt einziehen würde, müsste dies beim Umbau des Marktplatzes berücksichtigt werden. Dieser Entscheid dürfte voraussichtlich noch in diesem Jahr gefällt werden.

Sollte das Volk das neue Marktplatz-Projekt an der Urne im ersten Halbjahr 2020 bewilligen, kann etwa in vier Jahren – also 2022 – mit der Umsetzung begonnen werden.

(agm)


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