Die Highlights der diesjährigen E3

Von Christoph Thurnherr
Keanu Reeves präsentiert den Trailer zu Cyberpunk 2077.
Keanu Reeves präsentiert den Trailer zu Cyberpunk 2077. © Getty Images
Diese Woche fand die wichtigste Game-Messe der Welt in Los Angeles statt. Der japanische Entwickler Sony glänzte das erste Mal durch Abwesenheit. Dafür hatten Xbox und CD Projekt Red einen Megastar dabei.

Neo hat sich wieder für rot entschieden. Genauer für CD Project Red, die Entwickler des heiss erwarteten Games «Cyberpunk 2077». Der Hollywoodstar Keanu Reeves trat bei der Präsentation des Trailers zu «Cyberpunk 2077» auf die Bühne und unterhielt sich mit dem Publikum. Er hilft dem polnischen Entwicklerteam CD Projekt Red («The Witcher») aber nicht nur zu Promozwecken aus, sondern wird auch im fertigen Spiel eine Rolle spielen. Das dürfte ein genialer Schachzug sein. Wer könnte besser in die dystopische Zukunft von «Cyberpunk 2077» passen, als Mr. Matrix himself? «Das Gefühl, in den Strassen der Zukunft zu laufen, ist atemberaubend», verspricht er. Es ist sowieso schwierig, Keanu nicht zu glauben. Noch mehr, wenn man sich den Trailer anschaut.

«Cyberpunk 2077» soll im April 2020 erscheinen und ist angelehnt an das Pen-&-Paper-Rollenspiel «Cyberpunk 2020». Mechanische Körper-Modifikationen sind in der Zukunft gang und gäbe geworden und zentraler Inhalt des Spiels. Über die Handlung ist nicht viel bekannt. Man soll einen Outlaw spielen, der sich in der Unterwelt von Night City zurechtfinden muss. Das Spiel bietet eine Open World und erscheint für Playstation 4, Xbox One und PC (allenfalls auch für die Nachfolge-Konsolen PS5 und Xbox Scarlett, siehe unten).

Bowser zeigt uns neue Nintendo-Spiele

Bowser ist eine riesiger Schildkröten-Dinosaurier-Mischling mit Stacheln auf dem Rücken und der Gegenspieler von Super Mario. Hobby: Prinzessin Peach entführen. Bowser ist aber auch CEO von Nintendo USA. Der heisst nämlich Doug Bowser und er hatte tolle Ankündigungen für die Nintendo Switch zu machen. Völlig überraschend kam dabei der Teaser-Trailer zum Nachfolger von «The Legend of Zelda: Breath of the Wild».

Das sieht ziemlich düster aus für ein Zelda-Game, was viele Fans der legendären Serie begeistern dürfte. Zelda-Spiele werden fast immer zu Kassenschlagern. Die Erwachsenen-Ableger wie «Majoras Mask» oder «Twilight Princess» nehmen aber einen besonderen Platz im Herzen der virtuellen Hyrule- (oder Termina)-Touristen ein. Dass «Breath of The Wild», der Launch-Titel der Switch, einen Nachfolger bekommt, ist nachvollziehbar. Das Spiel wurde von allen Zelda-Spielen am meisten verkauft und war das erste Zelda mit Open World.

Die Abwesenheit von Sony konnten die japanischen Konkurrenten von Nintendo auch sonst gut nutzen. Neben einem weiteren Zelda-Spiel (Switch-Remake für «Link’s Awakening» aus dem Jahr 1993) präsentierte Nintendo auch «Luigis Mansion 3», ein neues «Animal Crossing», «Trials of Mana», «Dragon Quest 11» und ein neues Fire-Emblem-Spiel. Nicht schlecht.

Stream-Gaming und neue Konsolen

Etwas näher gekommen ist das Gaming via Stream. Google stellte sein Projekt Stadia genauer vor. Die Rechenleistung der Konsolen und PCs soll in Zukunft eine untergeordnete Rolle spielen, das Nachrüsten der Vergangenheit angehören. Denn die Games sollen mit Stadia auf den unterschiedlichsten Maschinen gestreamt werden können, auch auf Smartphones. Google Stadia startet in verschiedenen Ländern im September dieses Jahres, die Schweiz ist nicht darunter. Über das Microsoft-Projekt XCloud kam nicht viel Neues raus, über die neue Konsole dafür umso mehr. Xbox Scarlett soll die Dame heissen und sie wird es in sich haben. Scarlett bekommt die vierfache Leistung der aktuellen Xbox One X und wird 8K-Auflösung bieten. Dank einer ultraschnellen SSD will sie lange Ladezeiten eliminieren, genauso wie dies Sony für die Playstation 5 schon angekündigt hatte.

Für die Gamergemeinde bleibt zu hoffen, dass sich die grossen Versprechungen der E3, die überraschend oft aus Cinematic-Trailern (kein Gameplay) bestanden, erfüllen werden. Oder um es mit den Worten von Morpheus zu sagen: «Dummerweise kann man niemandem erklären, was die Matrix ist. Du musst sie selbst erleben.»


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