Lange Haare für Haarlose

Von Angela Müller
Die langen Haare geopfert: Dieses Mädchen trägt nun einen Pagenschnitt.
Die langen Haare geopfert: Dieses Mädchen trägt nun einen Pagenschnitt. © zVg
Manchmal braucht es einfach einen guten Grund, um seinen Look komplett zu ändern und die langen Haare abzuschneiden. Die Haarspende-Aktion in Herisau war so einer. Diverse Mädchen und Frauen haben sich beteiligt.

«Unglaublich, wie viele dem Aufruf gefolgt sind», sagt Katrin Kreuels, Mitveranstalterin der Haarspende-Aktion in Herisau vom vergangenen Samstag. Bereits im voraus haben sich über 30 Spenderinnen gemeldet. Am Aktionstag kamen 25 Mädchen und Frauen, die ihr langes Haar gespendet haben.

Dabei haben sich alle von ihrer langen Haarpracht verabschiedet, denn die Spenden mussten mindestens 30 bis 40 Zentimeter lang sein. «Eine Frau liess sich sogar einen Millimeterschnitt schneiden.»

Coiffeusen im Dauereinsatz

Weil Perücken in der Regel nur für Erwachsene hergestellt werden, sind sie für Kinder schwer erhältlich. Deswegen haben die beiden Frauen von Kopfrausch zusammen mit dem Verein «die Haarspender» und dem Verein «Alopecia Areata Schweiz» einen Charity-Event organisiert.

«Wir mussten zwei zusätzliche Coiffeusen organisieren», sagt Kreuels, Co-Geschäftsleiterin des Online-Shops Kopfrausch in Herisau. Insgesamt drei Coiffeusen haben den 25 Mädchen und Frauen die Haare geschnitten. «Am Abend waren die drei richtig erledigt, aber natürlich auch zufrieden», sagt Kreuels.

Das Glück Haare auf dem Kopf zu haben, dies konnte dieses Mädchen mit Alopecia Areata am Samstag erleben. Sie durfte eine Perücke auslesen.

Das Glück Haare auf dem Kopf zu haben, dies konnte dieses Mädchen mit Alopecia Areata am Samstag erleben. Sie durfte eine Perücke auslesen. ©zVg

Zwei Mädchen erhalten Perücken

Kinder sind genau so häufig von Glatzköpfigkeit betroffen wie Erwachsene. Sei es aufrund einer Krebstherapie oder der Autoimmunkrankheit Alopecia Areata (Kreisrunder Haarausfall). Beim Charity-Event haben sich gleich zwei betroffene Mädchen aus der Region gemeldet. «Beide konnten aus bereits hergestellten Perücken eine passende finden», sagt Kreuels. «Es war ein sehr berührender Moment, das Glück der beiden zu sehen.»


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