Nationalrat will Strahlung mit Trick erhöhen

Für die Medizin ist immer noch ungeklärt, inwiefern sich die erhöhte Mobilfunkstrahlung auf unsere Gesundheit auswirkt. (Symbolbild)
Für die Medizin ist immer noch ungeklärt, inwiefern sich die erhöhte Mobilfunkstrahlung auf unsere Gesundheit auswirkt. (Symbolbild) © iStock
Die Schweizer Mobilfunkanbieter rüsten sich für das neue 5G-Netz. Eine Voraussetzung dafür sind höhere Grenzwerte der Strahlung. Der Ständerat lehnte dies ab. Nun will eine Kommission des Nationalrates mit einem Trick die Strahlung hochschrauben.

Eine 100-fache Übertragungsgeschwindigkeit verspricht das neue 5G-Mobilfunknetz. Damit dieses jedoch funktioniert, müssen die Grenzwerte der Strahlung erhöht werden. Da der Ständerat gegen eine Erhöhung ist, will die Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen des Nationalrates nun die Messmethode ändern. Statt feste Höchstwerte, soll der Mittelwert der Strahlung innert 24 Stunden gemessen werden, so wie das in einigen EU-Ländern der Fall ist.

«Das ist kein Bubentrick»

Mit dieser neuen Messmethode könnten höhere Strahlungswerte auch ohne Gesetzesänderung zugelassen werden. Ein schlauer Bubentrick also? Die Kommission wehrt sich: «Nein, das hat mit Bubentrick nichts zu tun. Wir beurteilen das Thema einfach selbst und tanzen nicht nach der Pfeife des Ständerates», sagt SVP-Nationalrat Walter Wobmann im Interview mit Radio 24.

Erhöhte Strahlung ist fahrlässig

Die Kommission des Nationalrates ist in sich aber uneinig. SP-Nationalrat Thomas Hardegger ist dagegen, wie er gegenüber Radio 24 bestätigt: «Es ist unhaltbar, was die Kommission da vor hat. Der Bundesrat hat klar gesagt, dass zuerst die gesundheitlichen Bedenken evaluiert werden müssen, bevor man am Grenzwert herumschraubt.» Der Nationalrat betont aber zugleich, wie wichtig das 5G-Netz für den technologischen Fortschritt ist. Die Entscheidung liegt nun beim Bundesrat. Doris Leuthards Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) wird das Anliegen der Kommission prüfen.

(red.)


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