300 Eschen in zwei Monaten gefällt

Angela Mueller, 21. März 2017, 22:07 Uhr
WALDSCHUTZ SCHWEIZ WSL
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Traurige Nachrichten am internationalen Tag des Waldes: 90 Prozent aller Eschen mussten in einem Wald in Niederbüren gefällt werden - sie waren von der Eschenwelke befallen. Die Pilzkrankheit befindet sich seit 2008 auf dem Vormarsch, besonders befallen ist die Ostschweiz.

Gegen diesen Pilz ist kein Kraut gewachsen, zumal sich die Sporen über den Wind im ganzen Land ausbreiten. Vor sechs Jahren war der Wald der Bürgerkorperation Niederbüren zu einem Drittel von Eschen bevölkert. Doch inzwischen ist 90 Prozent dieser Baumsorte gefällt. Die Symptome der Eschenwelke die in den 90-er Jahren von Japan nach Europa eingeschleppt wurde, sind: abbröckelnde Rinde, kahle Äste in der Baumkrone und der Baumfuss, der abstirbt. Schon ein geringer Windstoss kann dann den betroffenen Baum zu Fall bringen.

«Von weitem hat man dieser Esche im Winter nichts angesehen», sagt Guido Düring, Präsident der Bürgerkorperation Niederbüren, und zeigt auf eine Esche, die bereits am Boden liegt. Die Bürgerkorperation besitzt 43 Hektaren Wald, was ungefähr 90 Fussballfeldern entspricht.

Auch samstags Bäume gefällt

Das Holz der Esche wäre ideales und gut bezahltes Baumaterial, doch nach dem Pilzbefall ist es nichts mehr Wert. Es kann höchstens noch als Brennholz genutzt werden. Bitter für die Bürgerkorperation: «Wir haben eine finanzielle Einbusse von zirka 60 Prozent.» Im Jahr 2008 trat die Eschenwelke zum ersten Mal in der Region Basel auf -  seither breitet sie sich in der Schweiz kontinuierlich aus, stark betroffen ist die Ostschweiz und Graubünden.

Holzer Gottfried Schlaueri ist seit 27 Jahren für den Wald der Korperation zuständig. Er hat in den letzten zwei Monaten rund 300 Bäume gefällt. «Wir mussten zum Teil auch am Samstag arbeiten» Diese Extraschichten dürften bald nicht mehr nötig sein. Breitet sich der Pilz weiterhin so schnell aus, wird in diesem Wald bald auch die letzte Eschen verschwunden sein.

Der TVO-Beitrag vom Dienstag, 21. März, zu den Eschen in Niederbüren:

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Angela Mueller
veröffentlicht: 21. März 2017 22:06
aktualisiert: 21. März 2017 22:07