Fanny Smiths riesige Freude über Olympia-Bronze

23. Februar 2018, 06:57 Uhr
Fanny Smith gilt als Sportlerin mit unbändigem Ehrgeiz, als eine, die lange eigene Wege ging. Mit dem Gewinn von Olympia-Bronze im Skicross erfüllt sich die Waadtländerin einen Traum.

Smith bot sich im Final ein packendes Kopf-an-Kopf-Duell mit der schwedischen Weltcupführenden Sandra Näslund und verteidigte auf den letzten Metern in einem Kampf auf Biegen und Brechen die Bronzemedaille dank Kampfgeist und Können. Dass Smith bis am Schluss um die Medaille zittern musste, lag an einem Fehler in der zweitletzten Kurve. Nach einem guten Start war die Westschweizerin lange souverän auf Platz 2 gelegen.

Erste Medaille für Skicrosserinnen

Nach Gold (2013), Silber (2017) und Bronze (2015) an Weltmeisterschaften und den zwei Diplomen in Vancouver 2010 (Rang 7) und Sotschi 2014 (Rang 8) schaffte Smith damit erstmals an Olympischen Spielen den Sprung auf das Podest. Für die Schweizer Skicrosserinnen war es die erste olympische Medaille überhaupt.

Trennung vom Coach

Im Frühling 2017 hat sich Fanny Smith entschieden, den eingeschlagenen Pfad nach neun Jahren zu verlassen.Sie trennte sich von ihrem Privatcoach Guillaume Nantermod, unter dem sie Weltmeisterin bei den Juniorinnen und bei der Elite, dazu WM-Zweite und -Dritte oder Gesamt-Weltcupsiegerin geworden war. Smith entschloss sich, ein Jahr nach der Abkehr vom Nationenwechsel (2016 zu Grossbritannien) fix ins Swiss-Ski-Team mit Chefcoach Ralph Pfäffli zu wechseln.

«Ich habe mich zurückgekämpft»

Unter Nantermod hatte Smith nicht nur erfolgreiche Zeiten erlebt. Sie musste auch einen richtig heftigen Rückschlag verarbeiten: 2014 war sie in Sotschi als Weltmeisterin mit der Mission angetreten, eine Medaille zu holen. Das Vorhaben scheiterte, weil Smith im Halbfinal nach einem Fahrfehler ausschied. Die folgenden Monate gehörten zu den schwierigsten Kapiteln der ansonsten so erfolgreich verlaufenen Karriere: «Ich habe mich abgestrampelt. Es war sehr schwierig, aber ich habe es geschafft, mich zurückzukämpfen.»

Der Gewinn von Olympia-Bronze erfüllt Smith deshalb mit grosser Genugtuung. «Klar geht es noch besser, ich stelle sehr hohe Ansprüche an mich selber. Aber ich bin enorm glücklich über den 3. Platz. Ich habe einen Traum Wirklichkeit werden lassen. Das erfüllt mich als Athletin und als Privatperson», sagte die 25-jährige Romande unter Tränen. Smith feierte gewissermassen einen Sieg über sich selber: «An Sotschi habe sie nie gedacht. »Das war nicht leicht. Und darum ist es ein grosser Erfolg!"

Quelle: SDA
veröffentlicht: 23. Februar 2018 06:17
aktualisiert: 23. Februar 2018 06:57