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PNOS-Treffen: Die Polizei ist vorbereitet

Angela Mueller, 31. Oktober 2016, 20:06 Uhr
Eine Woche nach dem Neonazi-Treffen in Unterwasser steht der Ostschweiz ein weiterer Anlass von Rechtsradikalen bevor. Doch diesmal ist die Polizei informiert und hat Kontakt zu den Veranstaltern. Die Pnos bezeichnet ihren Partei-Anlass als «Balladenabend».
KEYSTONE/Gian Ehrenzeller

Die Partei National orientierter Schweizer (Pnos) will dieses Wochenende die Gründung fünf neuer Ostschweizer Sektionen feiern. Wo genau, wissen nur die Organisatoren und die Polizei. Wie immer in solchen Kreisen, wird der Veranstaltungsort erst kurz vor dem Beginn über Social Media-Kanäle mitgeteilt. Gemäss verschiedenen Medienberichten wird angenommen, dass der Parteianlass im Raum Rapperwil-Jona stattfinden wird. Die Gemeinde hat dies allerdings nicht bestätigt.

Gefahr von Zusammenstössen

«Unser Ziel wird sein, dass es zu keinen Zusammenstössen zwischen Links und Rechts kommt», sagt Gian Andrea Rezzoli, Sprecher der Kantonspolizei St.Gallen. «Erst durch den Anlass in Unterwasser hat die Parteiveranstaltung der Pnos überhaupt eine solche Brisanz erhalten», sagt Rezzoli.

Das Konzert in Unterwasser am letzten Wochenende hatte die Kantonspolizei St.Gallen völlig überrumpelt. Sie war zu spät informiert worden und konnte nur zusehen, wie sich über 5000 Neo-Nazis im Untertoggenburg zum Rockkonzert trafen.

Braune Liedtexte sprechen Bände

Diesmal soll es anders kommen: Die Kantonspolizei hat Kontakt zur Pnos  und «alle nötigen Informationen dazu erhalten», wie die St.Galler Kantonspolizei mitteilt. Man werde den Anlass «polizeilich begleiten und sind entsprechend vorbereitet», sagt Rezzoli. Wie viele Personen für die Feier anreisen, wissen die Veranstalter allerdings nicht.

Als Redner für den Parteianlass sind Pnos-Chef Dominic Lüthard sowie Sven Skoda aus Deutschland angekündigt. Der Sänger der deutschen Rechtsradikalen-Rockband «Flak» soll ein «Balladenabend» halten. Seine Liedtexte sprechen allerdings Bände über seine neofaschistische Einstellung und jener, die seine Konzerte besuchen.

 

Angela Mueller
veröffentlicht: 21. Oktober 2016 16:16
aktualisiert: 31. Oktober 2016 20:06