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Appenzeller Smartwatches für Senioren

Nina Müller, 4. September 2018, 10:26 Uhr
Die Firma Nestor aus Appenzell will das Leben von Senioren sicherer gestalten. Dazu hat sie eine Uhr entwickelt, die bei Stürzen helfen soll.
nestor

Geld verdienen mit einer Smartwatch für Senioren? Klingt im ersten Moment nach keiner guten Geschäftsidee, sind die modernen Uhren doch vor allem bei jüngeren Leuten beliebt. Eine Appenzeller Firma sieht aber grosses Potential bei Senioren.

Je älter man wird, desto grösser ist die Sturzgefahr und dass man sich dabei verletzt. Besonders gefährlich: Wenn man sich verletzt und deshalb keine Hilfe mehr holen kann. Hier setzt die Ostschweizer Firma Nestor an. Ihre Uhr Aidwatch, eine Art «Notruf-Smartwatch», soll mit einem automatischem Sturzalarm den Menschen in Not helfen.

«Meine Tante wollte nie in ein Altersheim und so kam ich auf die Idee ‹Daheim statt Heim›», sagt Martin Rosenberg, der Geschäftsführer von Nestor. «Je mehr ich mich in das Thema hinein gelesen habe, desto klarer wurde mir, dass die Heimlösung irgendwann nicht mehr finanzierbar sein wird. Ausschlaggebend war aber eine Studie die aufzeigte, dass 80 bis 90 Prozent der Bevölkerung nicht in ein Altersheim möchte.»

Smartwatch auch für Demenzpatienten geeignet

Die Firma Nestor entwickelte eine Uhr mit automatischem Sturzalarm. Die Smartwatch hat eine integrierte SIM-Karte, ein Mikrofon und Lautsprecher. Deshalb funktioniert sie wie ein Mobiltelefon. Im Fall eines Sturzes, wird der im Vorhinein festgelegte Kontakt automatisch angerufen.

Nebst dem Sturzalarm verfügt die Uhr über weitere Funktionen, wie Medikamenten-Erinnerungen oder ein Zielalarm. Durch den Zielalarm wird die Kontaktperson informiert, wenn beispielsweise eine Person die an Demenz erkrankt ist, eine zuvor bestimmte Standortgrenze überschreitet.

Nebst dem automatischen Alarm hat die Uhr noch weitere Funktionen. (Bild: zVg)

Martin Rosenberg und sein Team merkten aber auch, dass es andere Gründe für den Kauf der Uhr geben könnte. Alleinarbeiter, beispielsweise Schichtarbeiter und Outdoor-Sportler, die länger alleine unterwegs sind, könnten ebenfalls vom automatischen Sturzalarm profitieren.

Martin Rosenberg ist der Geschäftsführer von Nestor (Bild: zVg)

Grosses Interesse in der Ostschweiz

Die Aidwatch funktioniert über das Mobilfunknetz. Damit der Kunde die SIM-Karte nicht selbst konfigurieren muss, wird die Uhr fertig installiert vermietet. Um Feedback zu erhalten, durchläuft die Smartwatch zurzeit eine Testphase. Von der 23-jährigen Biologiestudentin bis zur 78-jährigen Schrifstellerin – die Auswahl der Testpersonen ist vielfältig. Die Uhr kommt laut Nestor in der Ostschweiz so gut an, dass eine zweite Testphase gestartet wird. Wer sich gerne als Testimonial zur Verfügung stellen möchte, kann sich bis Ende dieser Woche bewerben.

Nina Müller
Quelle: nm
veröffentlicht: 4. September 2018 06:15
aktualisiert: 4. September 2018 10:26