Heiden

100. Viehschau: Tradition hoch über dem Bodensee

Stefanie Rohner, 5. Oktober 2019, 19:07 Uhr
Fein herausgeputzt kommen die Landwirte und ihre Kühe in Heiden an. Trotz Kälte lassen sich die Zuschauerinnen und Zuschauer die Auffuhr der Tiere an der Jubiläumsviehschau nicht entgehen.

Von weitem hört man leise die ersten Kuhglocken. Am Samstagmorgen sind die Heidlerinnen und Heidler schon früh auf den Beinen, insbesondere die Landwirte aus dem Biedermeierdorf und der Umgebung. Sie fahren mit ihren Kühen und Geissen auf, um sich an der Viehschau zu präsentieren.

«Lueg, sie chömed», sagt ein kleines Mädchen erfreut und zeigt in Richtung Kirche. Da kommen die ersten Bauern mit ihren Tieren - sennisch herausgeputzt und sichtlich stolz folgt eine Familie nach der anderen. Trotz des bissigen, kalten Windes haben sich viele an der Strasse aufgestellt, um die schön geschmückten Tiere zu bewundern. 

Die diesjährige Viehschau ist eine Jubiläumsschau: Die Viehzuchtgemeinschaft feiert ihr hundertjähriges Bestehen auf der Dunant-Wiese. Die Gemeinde schreibt im Vorfeld, es dürfe mit Recht behauptet werden, dass die «Häädler» Viehschau zu den schönsten im Appenzellerland gehöre. 

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Quelle: TVO

«Die Viehschau ist ein Highlight»

Das sehen auch die Landwirtinnen und Landwirte so. «Die Viehschauen im Appenzellerland sind noch richtig traditionell. Wir laufen mit den Kühen her, das ist nicht mehr überall so. Es ist schön, so viele Zuschauer dabei zu haben, es erfüllt uns mit Stolz, die Tiere zu zeigen», sagt Janine Solenthaler aus Heiden. 

Zudem sei es eine gute Möglichkeit, den Leuten die Landwirtschaft wieder näher zu bringen und sich mit Berufskollegen auszutauschen. Das machen viele, bei den Kühen stehend und eine Pfeife rauchend. Die Kinder sowie die Erwachsenen geniessen den speziellen Tag. 

«Mein Onkel ist mit seinen Tieren hier und ich bin mit Heiden verbunden, da ich früher selbst als Geissenmeitli mitlaufen durfte. Für die Kinder ist die Viehschau immer ein Highlight», sagt Manuela Höhener aus Büriswilen bei Oberegg.

«Traditionen sollte man unterstützen»

Den Weg nach Heiden hat sogar ein Ehepaar aus Leipzig gefunden. Zwar sind sie nicht extra wegen der Viehschau, sondern wegen eines Besuchs bei der Tochter in Heiden, beide sind aber begeistert.

«Es ist unser erstes Mal an einer Viehschau und wir finden es toll», sagen die beiden. Die Tochter kommt jedes Jahr mit ihren Kindern her. «Ich finde, die Traditionen sollten unterstützt werden. Die Landwirte geben sich immer sehr viel Mühe mit dem Schmücken», sagt Silvia Lüthi aus Heiden. 

Sie und ihre Kinder kommen jeweils zur Auffuhr und noch einmal, wenn die Tiere wieder nach Hause gehen. Bis es soweit ist, können die Besucher den Tag an der Viehschau aber noch etwas geniessen. Denn trotz Regen und Kälte lassen sie sich die Stimmung nicht vermiesen. 

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 5. Oktober 2019 15:29
aktualisiert: 5. Oktober 2019 19:07