Brauerei Locher

Gibt es in Afrika bald Nahrungsmittel aus Appenzell?

· Online seit 04.01.2024, 19:38 Uhr
Bis 2025 will die Appenzeller Brauerei Locher alle Nebenprodukte aus dem Brauprozess upcyclen. Kann das gelingen oder ist das Greenwashing?
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Bereits jetzt produziert die Brauerei Locher mit «brewbee» unter anderem veganes «Gschnetzlets», Pizzen, Chips oder Panettone aus Treber – also aus Rückständen, die bei der Bierherstellung anfallen.

Brauerei Locher als Vorreiter

In einem Interview mit der Handelszeitung erklärt Aurèle Meyer, Geschäftsführer der Brauerei Locher, dass bis 2025 alle Nebenprodukte aus dem Brauprozess upcyclet werden sollen. Dabei soll es jedoch nicht um die Symbolik gehen, sondern ums Prototyping. Zudem wolle man aufzeigen, dass man diese Rohstoffe möglichst effizient nutzen könnte – auch nach dem Brauprozess.

«Wir wollen anderen zeigen, was man mit Treber anstellen kann», so Meyer gegenüber der Handelszeitung. Doch da zu grosse Mengen anfallen würden, suche die Brauerei nach Partnern in der Lebensmittelindustrie, die mit dem Vorprodukt weiterarbeiten. «Nach dem Brauen steckt noch viel wertvolles Eiweiss im Treber. Wir müssen da auch über die Schweiz hinaus denken.»

Und Brauereien gibt es auf der ganzen Welt. Als Beispiel nennt Meyer Afrika: «Wenn man dort mit Nebenprodukten Nahrungsmittel herstellen kann, hat das auch eine soziale Komponente.»

Ist Bern oder München nachhaltiger?

Im Interview stellt die Handelszeitung Meyer die Frage, ob eine lokale Produktion nicht der grössere Hebel für Nachhaltigkeit wäre. Denn ausser dem Wasser, kämen die Rohstoffe fast ausschliesslich aus dem Ausland.

Daraufhin sagt Meyer, dass auch mit Schweizer Malz gearbeitet werde. «Aber in Süddeutschland gibt es grössere Mälzereien, die mit lokal angebautem Getreide arbeiten. Ist es nicht nachhaltiger, das Malz von dort zu beziehen, wo aufgrund der Mengen effizient produziert wird und Know-how vorhanden ist?», kontert der Geschäftsführer der Brauerei. In der Schweiz gebe es ohnehin nicht das Kulturland, um genügend Getreide anzubauen. 

Zudem sei Bern ja gleich weit weg wie München. «Warum soll das eine jetzt nachhaltiger sein als das andere?», so Meyer gegenüber der Handelszeitung.

(red.)

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veröffentlicht: 4. Januar 2024 19:38
aktualisiert: 4. Januar 2024 19:38
Quelle: FM1Today

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