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Nach Unwettern

Kann ich im FM1-Land wieder problemlos wandern und baden?

Dario Brazerol, 20. Juli 2021, 05:42 Uhr
Die kräftigen Regenfälle hielten die Schweiz in den letzten Tagen auf Trab. Von den ganz grossen Schäden blieb das FM1-Land verschont. Trotzdem stellt sich die Frage, ob Wanderwege und Badeseen problemlos genutzt werden können.
Im Walensee gilt aktuell die Gefahrenstufe 2. (Archiv)
© Tagblatt

Nach den Unwettern von letzter Woche sinken die Wasserpegel in den Seen und Flüssen langsam wieder. Trotzdem gilt für den Walensee noch immer die Gefahrenstufe 2 (mässig), für den Bodensee die Gefahrenstufe 3 (erheblich). Doch was bedeutet das für Badegäste?

Drei klassische Gefahren nach Hochwasser

Nach Hochwassern gebe es in Flüssen und Seen drei klassische Gefahren, sagt Philipp Binaghi, Mediensprecher der Schweizerischen Lebensrettergesellschaft (SLRG). «Die Wassertemperaturen sind aufgrund der Regenfälle eher tief, gleichzeitig steigt die Lufttemperatur. Somit könnte es zu Kälteschocks kommen. Ausserdem sind die Gewässer aktuell trüb. Bei einem Sprung ins Wasser kann man somit Treibholz übersehen. Und der dritte Punkt: Die Strömungen in den Flüssen sind stärker und können einen mitreissen.»

Deshalb würde Binaghi aktuell von offenen Gewässern abraten. «In einer Badi ist man zurzeit sicherer unterwegs.» Sollten sich Schwimmerinnen und Schwimmer trotzdem für Seen oder Flüsse entscheiden, appelliert Binaghi an den gesunden Menschenverstand: «Jeder und Jede muss sich selbst im Klaren sein, was er oder sie im Notfall fähig ist zu leisten.»

Mit ein bisschen Geduld werde sich die Lage aber schon bald bessern: «Wenn es schön bleibt und kein Regen mehr kommt, werden die Pegel sinken. Es wird nicht mehr lange dauern.»

Wanderregionen im FM1-Land blieben verschont

Während es die einen bei den steigenden Temperaturen ins kühle Nass zieht, ruft die anderen bereits der Berg. Nach der Schlechtwetterperiode bieten sich für Wanderinnen und Wanderer ideale Bedingungen. Glücklicherweise sind die beliebten Wanderregionen im Appenzellerland und Graubünden von den Unwettern verschont geblieben.

So auch im Alpstein, wie Guido Buob, Geschäftsführer von Appenzellerland Tourismus AI, bestätigt. «Im Alpstein ist es steil und die Regenfälle können rasch abfliessen. Darum sind uns auch keine Schäden gemeldet worden.»

Die Webcam zeigt am Montag ideale Wetterbedingungen auf dem Säntis.
© Screenshot/saentis.roundshot.com

Gefahr durch Schneefelder

Auch wenn die Unwetter den Alpstein grösstenteils verschont haben, lauert eine andere Gefahr: «Rund um den Säntis gibt es noch immer Schneefelder. Deshalb empfehlen wir den Wanderern, auf den Wegen zu bleiben und mit Stöcken zu gehen.»

Ebenfalls schadenfrei blieben die Wanderwege im Kanton Graubünden. «Es war auffällig ruhig, fast schon ruhiger als normal», sagt Stephan Kaufmann, Geschäftsstellenleiter der Wanderwege Graubünden. Es habe keine ausserordentlichen Meldungen gegeben, grossflächige Schäden rund um die Wanderwege seien nicht bekannt. «Die Alarmglocken haben nicht geläutet. Wir hatten Schwein hier.»

Wandern ja, Schwimmen eher mit Vorsicht. Einem Ausflug in der Natur steht also fast nichts mehr im Wege. Doch es gibt einen Haken: Für das kommende Wochenende sind bereits wieder Gewitter angesagt.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 20. Juli 2021 05:42
aktualisiert: 20. Juli 2021 05:42