Trogener wehren sich gegen Neubau

Lara Abderhalden, 31. Januar 2019, 09:16 Uhr
So soll der Bahnhof in Trogen einst aussehen.
So soll der Bahnhof in Trogen einst aussehen.
© Visualisierung: zVg
Der Gemeinderat in Trogen hat entschieden, dass der Bahnhof nicht unter Schutz gestellt wird und das über 100 Jahre alte Holzgebäude wahrscheinlich bald einem modernen Neubau weichen muss. Die Trogener sind alles andere als begeistert.

Der Bahnhof in Trogen ist eines der markanteren Gebäude im Dorf. Trotzdem soll er verschwinden, um dem Neubau der Appenzeller Bahnen Platz zu machen. Das Projekt ist aber sehr umstritten. Die eidgenössische Denkmalpflege möchte das alte Gebäude unter Schutz stellen, die Trogener Gemeindepräsidentin Dorothea Altherr setzt sich hingegen für einen Neubau ein: Die Zukunft hänge vom neuen Bahnhof ab.

«Bahnhof ist die Visitenkarte des Dorfes»

«Wir müssen schauen, dass unser Bahnhof lebenswert bleibt. Dass wir weiterhin einkaufen können und die Post, die Bahn und das Postauto bestehen bleiben», sagt sie im Interview mit TVO. Dass die Gemeinde den Kult-Bahnhof einfach abschreibt und nicht schützt, kommt nicht überall gut an. Für die Einwohner gehört der alte Bahnhof zum Ortsbild und kann nicht einfach durch einen Neubau ersetzt werden. Passanten sehen nicht ein, warum eine Veränderung nötig ist. Es soll etwas zwischen alt und neu entstehen, schlägt eine Frau auf der Strasse vor.

Auch der Verein «Alter Bahnhof Trogen» setzt sich für den Bahnhof ein. Das Holzhaus dem Erdboden gleich zu machen, sei kurzsichtig, sagt Vereinspräsident Moritz Flury-Rova: «Wir sind der Meinung, dass der alte Bahnhof ein wichtiger Bestandteil unseres Dorfes ist. Es ist die Visitenkarte und für viele, die mit dem Zug oder Auto anreisen, das erste, das sie sehen.»

Holzbau ist nicht mehr zeitgemäss

Sabrina Huber, Mediensprecherin der Appenzeller Bahnen, sagt, dass der Holzbau nicht zeitgemäss sei und den modernen Anforderungen nicht mehr gerecht werde. «Wir müssen voraus schauen und Möglichkeiten prüfen. Für uns ist der Neubau aus heutiger Sicht die beste Lösung.»

Die Bauvisiere für den Neubau stehen schon. Das Baugesuch liegt derzeit noch zur Überprüfung auf der Gemeinde.

Der TVO-Beitrag zum Nachschauen:

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Lara Abderhalden
Quelle: David Lendi/abl
veröffentlicht: 31. Januar 2019 09:16
aktualisiert: 31. Januar 2019 09:16