Trügerische Idylle

Trotz Warnungen: Wanderer sind bereits zahlreich im Alpstein unterwegs

07.02.2024, 09:49 Uhr
· Online seit 07.02.2024, 06:53 Uhr
Das frühlingshafte Wetter zieht Wanderinnen und Wanderer auch mitten im Winter in die Berge. Doch der Schein kann trügen. Bergbahnen warnen zwar vor den Gefahren in der Höhe, doch die Warnungen zeigen nur bedingt Wirkung.

Quelle: TVO

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Die Sonne scheint, die Landschaft ist grösstenteils grün. Das frühlingshafte Wetter lockt bereits wieder zahlreiche Wander-Touristen in die Berge. Doch die Bedingungen im Tal sind anders als in der Höhe. Die Idylle kann trügen – denn das Wandern zu dieser Jahreszeit birgt Gefahren. Der TVO-Reporter traute kaum seinen Augen, als er Leute beobachtete, wie sie in Turnschuhen über einen Lawinenkegel wanderten.

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Bei den Gästen, die mit der Bahn auf den Hohen Kasten fahren, lösen diese Bilder Kopfschütteln aus. So sagt ein Gast aus Balgach gegenüber TVO: «Auch wenn es hier unten wunderbar ist, kann es oben eisig sein.» Er findet es unverantwortlich von den Leuten, falsch ausgerüstet zu Berg zu gehen. Auch ein weiterer Gast aus Brülisau pflichtet dem bei: «Es ist nicht wie im Tal, wo man auf einer Asphaltstrasse läuft.» Er findet es schade, dass diese Leute mit ihrem Verhalten alle Wanderer in ein schlechtes Licht rücken.

Bahnen warnen

Dass die Idylle trügen kann, davor warnen auch die Bergbahnen ihre Gäste. So auch beim Hohen Kasten. Dort müssen die Betreiber fast täglich Besucherinnen und Besucher auf die Gefahren im Alpstein hinweisen. «Vor allem in den höheren Lagen hat es noch viel Schnee auf den Wanderwegen», betont Nina Ergens, Marketingleiterin Hoher Kasten, gegenüber TVO. Hinzu kommt, dass durch die hohen Temperaturen am Tag der Schnee schmelze und in der Nacht wieder gefriere. Das mache die Wege eisig. Sie ratet explizit davor ab, in höheren Lagen zu wandern. Es gebe auch in tieferen Lagen schöne Wanderwege.

Bei der benachbarten Ebenalpbahn klingt es ähnlich. Dort wird davor gewarnt, vom Aescher Richtung Seealpsee zu wandern. Auch hier sind die Wege noch mit Schnee bedeckt und eisig. Zudem können sich immer wieder Steine lösen. Auch bei der Ebenalp werden die Gäste bereits im Tal auf die Gefahren hingewiesen. Offenbar aber mit mässigem Erfolg.

Bergführer kann nur Kopf schütteln

Ein Bergführer, den TVO per Zufall antrifft, kann nur den Kopf schütteln. Es seien zu viele für die Jahreszeit unterwegs und vor allem zu wenig ausgerüstet: «Die sind zum Teil in Turnschuhen und ohne Rucksack unterwegs.» Es habe überall noch Schnee, der ins Tal stürzen könnte.

Er sagt zwar, dass es bis 1200 Meter keinen Schnee habe. Das verlocke schon. Aber im Alpstein sei es steil und man sehe nicht immer, was von oben kommt. Die meisten Leute wüssten dann nicht, wie sie die Situation einzuschätzen haben. Er fasst es kurz und bündig zusammen: «Man sollte wissen, was man tut.» Es sei momentan nicht für alle geeignet.

(red.)

veröffentlicht: 7. Februar 2024 06:53
aktualisiert: 7. Februar 2024 09:49
Quelle: TVO

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