Appenzell Ausserrhoden

Zuberbühler und Caroni wiedergewählt: Freudentränen im Regierungsgebäude

22.10.2023, 15:02 Uhr
· Online seit 22.10.2023, 11:10 Uhr
Im Kanton Appenzell Ausserrhoden wurde aus dem Dreikampf der Bürgerlichen um den Nationalratssitz ein Zweikampf. SVP und FDP lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Glücklicher Sieger ist David Zuberbühler von der SVP, der seinen Sitz verteidigen kann. Auch Ständerat Andrea Caroni ist wiedergewählt.

Quelle: FM1Today

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Der eidgenössische Wahlsonntag in Appenzell Ausserrhoden war zumindest bei der Wahl des Nationalrates spannender als erwartet. Aus dem Dreikampf zwischen dem bisherigen Nationalrat David Zuberbühler (SVP) und den Herausforderern Matthias Tischhauser (FDP) und Claudia Frischknecht (Die Mitte) wurde schnell ein Duell.

Bereits nach den ersten ausgezählten Gemeinden war klar, dass die Entscheidung zwischen Zuberbühler und Tischhauser fallen wird. Nachdem zwölf von 20 Gemeinden ausgezählt waren, lag der FDP-Herausforderer gar kurzzeitig vor dem nun wiedergewählten Zuberbühler.

Seine Wiederwahl verdankt Zuberbühler zum einen seinem guten Resultat in Herisau. In der wählersträrksten Gemeinde des Kantons holte der Herisauer über die Hälfte aller Stimmen, während sich die beiden Gegenkadidierenden die restlichen teilten. Insgesamt holte Zuberbühler in 14 von 20 Gemeinden mehr Stimmen als die Konkurrenz.

Zum anderen dürfte dem SVP-Mann auch die Mitte-Kandidatur geholfen haben. Die einzige Frau im Rennen holte etwas mehr als 2800 Stimmen. Wäre Claudia Frischknecht nicht zur Wahl gestanden, wäre es für Zuberbühler wohl knapp geworden. Zudem dürfte der harsch geführte Wahlkampf von Matthias Tischhauser vielleicht auch noch den einen oder anderen Sympathiepunkt für Zuberbühler gegeben haben.

Grosse Emotionen bei «Zubi»

Zuberbühler war bei der Verkündigung des Resultats mehr als emotional. Er konnte sich die Freudentränen – oder vielleicht auch die der Erleichterung – nicht verkneifen. Es sei ihm in diesem Moment eine Riesenlast von den Schultern gefallen, sagt er anschliessend im Interview. «Der Wahlkampf gegen mich wurde hart geführt, was mich schon auch persönlich traf», erklärt Zuberbühler. Dank seiner Familie und seinem Glauben habe er dies aber gut überstehen können.

David Zuberbühler betont, dass er ein Nationalrat für alle sein wolle. Sein Erfolgsrezept vermutet er in seiner zurückhaltenden Art und dass er nicht jedem Mikrofon nachrenne. Er denkt auch, dass der hart geführte Wahlkampf vielen Ausserrhodern und Ausserrhoderinnen sauer aufgestossen sei.

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Tischhauser nimmt es sportlich, Frischknecht gelassen

Enttäuscht vom Resultat sei er, sagt Matthias Tischhauser im Interview mit TVO und fügt an: «So ist halt die Demokratie.» Der FDP-Mann betont aber, dass er und Frischknecht gemeinsam mehr Stimmen geholt hätten als Zuberbühler. Für ist daher klar: «Eine Mehrheit der Ausserrhoderinnen und Ausserrhoder wünscht sich einen Wandel.» Dass es aber schwierig werde, mit zwei Gegenkandidaten gegen einen Bisherigen anzutreten, sei von Anfang an klar gewesen.

Weniger enttäuscht ist Claudia Frischknecht. Für sie sei der Wahlkampf eine gute Erfahrung gewesen. Überrascht vom Endergebnis sei sie nicht. Ein genaues Fazit könne sie aber noch nicht ziehen. Dafür müsse sie die Zahlen aus den Gemeinden zuerst genauer unter die Lupe nehmen.

Caroni mit Glanzresultat

Ebenfalls wiedergewählt wurde der bisherige Ständerat Andrea Caroni von der FDP. Er ging ohne Gegenkandidatur ins Rennen. Der Herisauer holte dieses Mal gar noch mehr Stimmen als bei den vergangenen Wahlen 2019. Damals wurde Caroni mit 11'490 Stimmen wiedergewählt. Etwas mehr als 14'700 von 16'266 gültigen Stimmen holte er dieses Mal.

Das gute Resultat von rund 90 Prozent freut Andrea Caroni ungemein. «Es zeigt, dass die Ausserrhoderinnen und Ausserrhoder meine Arbeit unterstützen», sagt der wiedergewählte Ständerat. Es sei eine schöne Bestätigung. Zum anderen sei es auch jetzt seine Aufgabe, die nächsten vier Jahre wieder alles für Ausserrhoden in Bern zu geben.

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veröffentlicht: 22. Oktober 2023 11:10
aktualisiert: 22. Oktober 2023 15:02
Quelle: FM1Today

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