Bahnen streichen Schienen weiss

Fabienne Engbers, 22. Juli 2019, 21:16 Uhr
Nicht nur im Appenzellerland, auch in Bludenz im Vorarlberg werden Gleise zur Hitzereduktion weiss gestrichen.
© APA/ÖBB
Bis zu 70 Grad heiss werden Zugschienen an heissen Tagen. Dadurch können sich diese verformen, was zu Zugverspätungen führt. Die Appenzeller Bahnen wollen dies dieses Jahr verhindern und haben die Gleise weiss gestrichen. Auch die SBB testen diese Massnahme nun.

Wenn es sonnig und heiss ist, schwitzen nicht nur wir Menschen, sondern auch die Schienen. Dies kann für Zugpendler allerdings zu einer Nervenprobe werden. Wenn an Hitzetagen, wie sie diese Woche erarten werden, die Geleise heiss werden, können sich diese verformen, was wiederum zu Zugproblemen führt. Die SBB haben heute deshalb vorsorglich vor Verspätungen und Zugausfällen gewarnt und Massnahmen angekündigt. Damit die Schienen nicht mehr so heiss werden, sollen diese weiss gestrichen werden.

Appenzeller Schienen sind weiss

Ob sie dieses Erfolgsrezept von den Appenzeller Bahnen abgeschaut haben, ist unklar. Fakt ist aber: Die Schienen im Appenzellerland sind schon seit einem Monat weiss. Bis zu sieben Grad kühler sind die weissen Gleise, welche in Urnäsch und an zwei weiteren Standorten zu sehen sind.

«Als es im Juni bereits einmal Hitzetage gab, haben wir die Gleise weiss gestrichen und damit sehr positive Erfahrungen gemacht», sagt Thomas Halter, Betriebsleiter bei den Appenzeller Bahnen.

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Quelle: TVO

Die grosse Bahn lernt von der kleinen

Damit sind die Appenzeller Bahnen Vorreiter für die grossen SBB, welche die Weissmalerei der Schienen in einem Pilotversuch testen. «Wir sind schon ein bisschen stolz, dass die grosse Bahn nun von der kleinen etwas lernen kann», sagt Halter.

Auch im Vorarlberg sind die Geleise weiss

Nicht nur Schweizer Bahnen testen die simple Methode, um Schienen vor der Hitze zu schützen. Auch im Vorarlberg wurden einige Geleise weiss gestrichen, um das Aufheizen der Schienen zu reduzieren. In Feldkirch wurde dafür ein spezielles Gefährt entwickelt, wie vol.at berichtet.

Auch hier handelt es sich um ein Pilotprojekt, das bei einem Erfolg auf das ganze Land erweitert werden soll.

Fabienne Engbers
Quelle: red.
veröffentlicht: 22. Juli 2019 20:52
aktualisiert: 22. Juli 2019 21:16