Ostschweiz

Coronavirus beschert der Migros eine Weihnachtswoche

5. März 2020, 14:15 Uhr
Die Migros Ostschweiz hat ein turbulentes Jahr hinter sich. Sie weist 2019 mit knapp 30 Millionen Franken einen deutlich tieferen Gewinn aus. Die Herausforderungen gehen 2020 weiter.
Wie erwartet schreibt die Migros im 2019 keine guten Zahlen.
© Archivbild: Keystone

Die Migros Ostschweiz blicke auf ein anspruchsvolles Geschäftsjahr zurück und habe den Fokus auf das Kerngeschäft ausgerichtet, heisst es an der Bilanzmedienkonferenz am Donnerstag. Unter dem Strich resultierte ein um rund 28 Prozent tieferes Nettoergebnis von 29,4 Millionen Franken. Man sei nicht zufrieden mit dem Ergebnis, sagt Peter Diethelm, Geschäftsführer der Migros Ostschweiz, gegenüber FM1Today: «Wir hatten einige Sondereffekte in der Rechnung, die es nun zu bereinigen gilt.»

Der Geschäftsführer der Genossenschaft Migros Ostschweiz, Peter Diethelm, an der Bilanzmedienkonferenz.

© FM1Today

Die Handelsmargen seien stabil gewesen. Und auch die Betriebskosten hätten sich gegenüber dem Vorjahr nur marginal erhöht. Bekannt waren bereits die Umsatzzahlen. Hier wurde bei einem geringfügig tieferen Preisniveau ein Minus von 0,8 Prozent auf 2,39 Milliarden Franken ausgewiesen.

Fachmärkte und Gastronomie mit Wachstum

Die Fachmärkte steigerten den Umsatz um 2,2 Prozent auf 266,5 Millionen Franken. SportXX und OBI hätten wesentlich zur erfreulichen Entwicklung beigetragen. Die Preise in den Fachmarktsortimenten sanken um durchschnittlich 1,9 Prozent. Die Sparte Gastronomie/Hotel legte beim Umsatz um 3,1 Prozent zu und auch Freizeit/Fitness verzeichnete mehr Besucher und wuchs um 3,6 Prozent.

Konzentration auf Kerngeschäft

Trotz guter Performance hat sich das Unternehmen von der Fitnesssparte und den Chickeria-Restaurants getrennt. «Das schmerzt natürlich, weil wir in diese Sparten viel Herzblut hineingesteckt haben», sagt Diethelm. MFIT wurde per Anfang Jahr an die Genossenschaft Migros Zürich verkauft. 12 der insgesamt 15 Chickeria-Restaurants werden per 1. April von der BKTL Holding, eine Franchise-Nehmerin von Burger King, übernommen. Die Interio-Filiale in Abtwil wird per Mitte Mai geschlossen und geht an die XXXLutz-Gruppe. Laut Diethelm ist es zu keinen Entlassungen gekommen. Alle Mitarbeitenden würden von den neuen Eigentümern weiterbeschäftigt.

Aussergewöhnliche Situation wegen Coronavirus

Das Jahr 2020 geht turbulent weiter. Aktuell beschäftigt auch die Migros Ostschweiz das Coronavirus. Laut Peter Diethelm gab es in den letzten beiden Wochen einen deutlichen Mehraufwand. «Es war wie in einer Weihnachtswoche. Der Unterschied war allerdings, dass wir das Weihnachtsgeschäft ein Jahr davor planen und hier fuhren wir die Logistik innerhalb eines Tages hoch.»

Viele Catering-Stornierungen

Die Hamsterkäufe bescheren dem Detailhandel ein Plus in der Kasse. Wie hoch dieses ist, kann Diethelm noch nicht sagen. Der Migros-Ostschweiz-Chef glaubt, dass sich die Rechnung ausgleichen wird: «Die Leute werden jetzt nicht automatisch mehr essen. Das sind Einkäufe, die jetzt getätigt wurden, dafür länger halten.» Weiter bringt das Coronavirus auch Einbussen. So seien beispielsweise zahlreiche Cateringaufträge für Events storniert worden.

(lae/sda)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 5. März 2020 14:15
aktualisiert: 5. März 2020 14:15
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