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Ranking Handelszeitung

Das sind die besten und schlechtesten Gemeinden im FM1-Land

8. Oktober 2021, 20:35 Uhr
In der Ostschweiz kann es zwar schön sein, in der Innerschweiz ist es aber viel schöner. Diesen Schluss könnte man aus dem neuen Ranking der Handelszeitung ziehen. Die Zeitung hat zahlreiche Schweizer Gemeinden auf Herz und Nieren überprüft und klassiert – die Ergebnisse dürften nicht allen gefallen.
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Quelle: tvo

Am Schönsten ist es zu Hause, die beste Handymarke ist die, die man selbst besitzt und am besten kochen kann Mama, soviel ist klar. Legen wir die herzförmige Brille der Subjektivität jedoch einmal ab, kommen wir üblicherweise zu anderen Schlüssen.

Denn ein Wasserhahn, der das Küchenfenster blockiert, kann noch so gut funktionieren und aussehen, unter dem Strich ist er einfach nur eine Fehlkonstruktion. Eine ausfahrbahre Selfiekamera ist nicht praktisch, sondern unnötig und eine Schwachstelle. Nur Mama kocht wirklich am besten.

Ähnlich ist es bei der eigenen Wohngemeinde. Die eigene finden wir natürlich die beste, oder?

Nun, das neue Ranking der Handelszeitung kommt zu einem anderen Schluss – zumindest für jene, die in der Ostschweiz wohnen.

Teufen, Münsterlingen und Speicher top

Die Zeitung hat die Schweiz und ihre Ortschaften einer genauen Prüfung unterzogen. Bewertet wurden die Gemeinden in acht verschiedenen Kategorien vom Arbeitsmarkt über die Steuerbelastung bis zur Sicherheit und Ökologie. Insgesamt wurden 70 Einzelindikatoren miteinbezogen. Überhaupt erst im Ranking vertreten sind aber nur Gemeinden mit mehr als 2'000 Einwohnern, insgesamt sind es deren 936.

Hinuntergebrochen auf das FM1-Land schneidet Teufen in Appenzell Ausserrhoden am besten ab und schafft es im nationalen Rating auf Platz 33. Die Bevölkerung wächst dort stetig, angezogen unter anderem von der tiefen Arbeitslosigkeit, der hohen Sicherheit und der guten Infrastuktur. «Natürlich sind wir sehr erfreut. Das Ranking bestärkt uns auf dem Weg, den wir eingeschlagen haben», sagt Gemeindepräsident Reto Altherr gegenüber TVO. Allerdings könne man solche Rankings auch nicht überwerten. «Ein Rang auf oder ab spielt keine grosse Rolle», so Altherr.

Schwende ist die sicherste Schweizer Gemeinde

Ebenfalls gute Platzierungen gibt es für die Thurgauer Gemeinde Münsterlingen (55) und Speicher (57), wie Teufen in Ausserrhoden. In die Nationalen Top 100 schaffen es darüber hinaus Mörschwil (67), Schwende (88), Rapperswil-Jona (91), Steinach (93) und Rüte (96).

Zwei Ostschweizer Gemeinden können sogar eine Kategorie für sich entscheiden: Bottighofen im Thurgau hat gemäss Handelszeitung den besten Arbeitsmarkt in der Schweiz, Schwende in Innerrhoden ist angeblich die sicherste Gemeinde im Land.

Toggenburg schwach, Graubünden durchschnittlich

Auffällig schwach schneiden die Toggenburger Gemeinden ab. Allen voran Neckertal, das sich  im FM1-Land auf dem letzten Platz wiederfindet und auch national keine gute Figur abgibt: Platz 894 von 936. Nicht viel besser eingestuft werden die Gemeinden auf der anderen Toggenburger Talseite. Wildhaus-Alt St.Johann rangiert auf Platz 874 und Ebnat-Kappel auf Rang 840.

Grauer Durchschnitt ist der Kanton Graubünden. Die Bündner Gemeinden sind zwar im Bereich Ökologie zumeist gut unterwegs, büssen aber bei Wohnen und Immobilien sowie bei der Bevölkerungsstruktur an Terrain ein. Gesamthaft am besten in Graubünden schneidet Landquart auf Platz 148 ab. Das schlechteste Ergebnis muss Poschiavo auf Rang 830 hinnehmen.

Der Kanton Zug schwingt obenaus

Die Ostschweiz kann auf nationaler Ebene nicht ganz zuvorderst um die Spitzenränge mitkämpfen – dort sind vorwiegend Innerschweizer Gemeinden klassiert. Besonders der Kanton Zug schwingt obenaus. Das Podium ist mit Risch auf Platz 1, Cham auf Platz 2 und Hauptort Zug auf Rang 3 komplett mit Zuger Gemeinden besetzt.

Auch am anderen Ende der Rangliste lässt sich eine klare Tendenz feststellen. Die unattraktivste Schweizer Wohngegend ist gemäss der Handelszeitung eindeutig der Berner Jura. Mit Valbirse, Tramelan und Saint-Imier sind gleich drei Gemeinden aus diesem Gebiet auf den hintersten Rängen zu finden. Am allerschlechtesten klassiert, auf Rang 936, ist allerdings die Solothurner Gemeinde Mümliswil-Ramiswil.

Es darf diskutiert werden

Nimmt man das Ranking der Handelszeitung ein bisschen genauer unter die Lupe, fällt auf, dass besonders viele Gemeinden gut abschneiden, welche eine tiefe Steuerbelastung aufweisen. Darum endet die Auswertung wohl auch so triumphal für die Zuger. Ortschaften mit einem guten Ökologie-Wert haben hingegen keine Chance auf gute Gesamtrangierungen.

So bietet das Ranking einiges an Diskussionsstoff und die wahrgenommene Attraktivtät eines Ortes hängt wohl stark mit der individuellen Prioritätensetzung zusammen – die eingangs erwähnte Subjektivität lässt grüssen.

Eines möchten wir deshalb zum Schluss noch sagen: Liebe Toggenburger, wir finden durchaus, dass es auch bei euch schön ist.

Wie sieht es bei dir aus? Zufrieden mit deinem Wohnort? Schreib es in die Kommentare.

(thc/con)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 8. Oktober 2021 19:29
aktualisiert: 8. Oktober 2021 20:35