Der letzte Schliff und ein fehlender Buchstabe

Angela Mueller, 10. Mai 2017, 06:22 Uhr
Kurz vor der Eröffnung der neuen Moschee in Wil am Wochenende wird das Gebäude noch herausgeputzt - und auch eine Rechtschreibe-Panne muss behoben werden. Doch das mindert die Vorfreude nicht.

Das edle Bodenmosaik vor dem Eingang zum Gebetsraum hat noch einen kleinen Schönheitsfehler - dem «Willkomen» fehlt noch ein Buchstabe, was im Video zu sehen ist, das am Montag auf FM1Today erschienen ist.

«Wir haben den Fehler bereits gesehen und er wird zurzeit behoben», sagt Jetmir Bejtulai, Kommunikationsbeauftragter der Moschee in Wil. «Fehler können passieren», sagt er, «schlimmer wäre es, wenn wir ihn nicht bemerkt hätten».

Dabei liegt der muslimischen Gemeinde Wil sehr viel daran, die Bevölkerung nächsten Sonntag zum Tag der offenen Tür willkommen zu heissen. Denn der Bau des islamischen Begegnungszentrums hatte in Wil für einigen Widerstand gesorgt, der im Jahr 2009 in der gesamtschweizerischen Annahme der Anti-Minarett-Initiative gipfelte. Gegner des Bauprojekts gingen wegen fehlender Parkplätze gar bis vor Bundesgericht.

Doch Bejtulai schaut jetzt lieber vorwärts. «Wir haben viele positive Reaktionen auf die Einladungen bekommen», sagt er. Entsprechend freut sich die Glaubensgemeinschaft auf den grossen Tag. «Wir fühlen uns in Wil anerkannt und sehen einer guten Zusammenarbeit mit der Stadt und der gesamten Region entgegen.»

Die mehrstöckige Moschee wurde während zwei Jahren zum grossen Teil in Fronarbeit gebaut. Auch der Rechtschreibfehler wird in der Freizeit nachgebessert - das Mosaik muss neu gelegt werden. «Dass nun alles rechtzeitig fertig gestellt wird, freut uns doppelt.» Der Bau kostete rund vier Millionen Franken und wurde mittels Spenden finanziert.

Ein Blick in die Wiler Moschee:

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Angela Mueller
Quelle: agm
veröffentlicht: 10. Mai 2017 06:17
aktualisiert: 10. Mai 2017 06:22