Corona-Pandemie

«Die breite Bevölkerung interessiert sich nicht mehr für die steigenden Zahlen»

Marija Lepir, 25. Oktober 2022, 17:38 Uhr
Seit gut drei Wochen infizieren sich in der Schweiz wöchtentlich über 30'000 Menschen mit dem Coronavirus. Hohe Zahlen, die ihren Schrecken mittlerweile scheinbar verloren haben. Wir haben in der St.Galler Innenstadt nachgefragt, ob sich die Menschen die Zahlen überhaupt noch anschauen.

Quelle: TVO/FM1Today

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Wer interessiert sich eigentlich noch für die steigenden Corona-Zahlen? «Vielleicht Politiker oder Gesundheitsminister. Die breite Bevölkerung interessiert sich nicht mehr und wir auch nicht», sagt Claudia Meier-Uffer, Präsidentin des Apothekerverbands St.Gallen und Appenzell gegenüber TVO.

Am Dienstag meldete das BAG 30'305 neue Corona-Fälle. In der Woche zuvor waren es 37'032 und vor zwei Wochen 35'579 neue Fälle. Und trotz hoher Ansteckungszahlen liegen vergleichsweise wenig Corona-Patienten in den Spitälern. Stand Montag waren von total 22'408 Spitalbetten 1270 von Covid-Patienten belegt. 17'180 von Non-Covid-Patienten und 3958 waren frei.

Welches Virus, spielt keine Rolle

«Uns in der Apotheke interessieren die Fallzahlen nur insofern, dass mehr Leute zum Testen kommen», so Claudia Meier-Uffer. Seit gut drei Wochen sei die Nachfrage nach Coronatests wieder höher, da momentan viele Leute, wie in der kalten Jahreszeit üblich, erkältet seien. Dabei sei es auch völlig egal, welches Virus es schlussendlich ist. «Die Frage ist einfach, was nützt einem die Information, dass man Corona hat? Geht es nur ums Zertifikat oder darum zu wissen, dass man dan nicht rausgehen sollte», so die höchste Ostschweizer Apothekerin.

«Es wird überdramatisiert»

Eine Umfrage bei Passantinnen und Passanten in der St.Galler Innenstadt zeichnet ein ähnliches Bild. Den meisten Befragten sind die Ansteckungszahlen mittlerweile eigentlich egal, andere hinterfragen diese. So auch ein Passant aus Gais. «Die Corona-Zahlen interessieren mich noch. Mir fehlt jedoch die Angabe, wie viele der Leute im Spital geimpft sind. Wenn man ausrechnet wie viel der Infizierten gestorben sind, ist das eine Zahl von 0,000. Aber es wird so dramatisiert.» Er sei 70 Jahre alt und froh, dass die Bevölkerung nicht mehr so auf die Zahlen schaue.

Eine Frau aus Gossau findet, dass man lernen müsse, mit Corona zu leben. Die Zahlen schaut auch sie nicht mehr an. Einzig die Todesfälle würden sie ab und zu noch nachdenklich stimmen.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 25. Oktober 2022 17:12
aktualisiert: 25. Oktober 2022 17:38