Die Säntisfahne: Eine Zerreissprobe

Vanessa Kobelt, 4. Juli 2018, 20:58 Uhr
Frisch geflickt wird die grösste Schweizerfahne der Welt gerade Richtung Säntis transportiert. Auf der Schwägalp wartet sie auf gutes Wetter.

Nach dem letztjährigen Schranz-Drama kriegt die Säntisfahne nochmals eine Chance. Damit sie am Nationalfeiertag am 1. August wieder bestaunt werden kann, wurde die Fahne in Münchwilen geflickt und heute Mittwoch Richtung Säntis transportiert. Ein Unterfangen, welches viel Kraft und Planung erfordert.

Pause auf der Schwägalp

«Als erstes mussten wir die Säntisfahne sorgfältig falten, so, dass sie an der Wand auch wieder gut entfaltet werden kann», sagt Rosi Forrer, welche die Fahne seitens der Heimgartner Fahnen AG mitbetreut. «Zu sechst hievten wir sie dann auf einen Transporter.» Mittlerweile befindet sich die Fahne auf der Schwägalp. «Dort wurde sie in einer Garage zwischengelagert, damit sie schön trocken bleibt.»

Mit der Bahn auf den Säntis

Ein paar Wochen bleibt die Fahne dort liegen, bevor sie – hoffentlich – auf dem höchsten Berg im Alpstein entrollt werden kann. «Die Fahne wird Ende Juli mit der Bahn nach oben transportiert. Läuft alles nach Plan, wird sie am 31. Juli entrollt und dann von rund 15 Höhenarbeitern aufgehängt», so Rosi Forrer. Gleichzeitig findet jeweils eine Party für die Gönner statt.

«Vielleicht wird sie gar nicht aufgehängt»

Möglicherweise wird die Aktion aber verschoben. «Wir müssen flexibel bleiben, das Wetter spielt beim Entrollen und beim Aufhängen eine grosse Rolle», sagt Rosi Forrer. Im schlimmsten Fall kommt die Schweizer Fahne gar nicht an die Wand. «Bei tagelangem Gewitter und Wind bringt die ganze Aktion nichts.» Schliesslich will niemand, dass die Fahne schon wieder reisst.

Keine Garantie

«Wir sind zuversichtlich, dass die Säntisfahne nicht reisst, solange das Wetter passt», sagt Rosi Forrer. Garantieren könne man aber gar nichts. «Wenn die Fahne hängt und es stürmt wieder so wie letztes Jahr, dann wird sie wieder reissen.» Für die Verantwortlichen ist und bleibt die Aktion buchstäblich eine Zerreissprobe.

Vanessa Kobelt
Quelle: kov
veröffentlicht: 4. Juli 2018 20:58
aktualisiert: 4. Juli 2018 20:58