Geschäftsbericht

FC St.Gallen macht über fünf Millionen Verlust

21. Oktober 2019, 21:05 Uhr
In welche Tabellen-Richtung führt Peter Zeidler den FC St.Gallen?
Sportlich Erfolgreich - wirtschaftlich weniger.
© Keystone
Im Geschäftsjahr 2018/19 macht der FC St.Gallen 5,1 Millionen Franken Verlust. Hauptgrund: die Abschreibung von Altlasten in der Höhe von vier Millionen. Trotzdem ist der Finanzchef des Vereins zufrieden. Insgesamt seien die Finanzen auf Kurs.

Sportlich läuft es dem FC St.Gallen derzeit ausgezeichnet, wirtschaftlich besteht beim aktuellen Tabellendritten der Super League noch Luft nach oben. Im Geschäftsbericht weist der Traditionsklub aus der Ostschweiz für das Berichtsjahr 2018/19 einen Verlust von 5,1 Millionen Franken aus. Hauptverantwortlich für das grosse Defizit seien ausserordentliche Abschreibungen in der Höhe von vier Millionen Franken, die aus den letzten zehn Jahren resultieren, schreibt der Verein in einer Mitteilung. 

«Haben keine weitere Altlasten mehr»

Laut Christoph Hammer, Verwaltungsrat und im Verwaltungsrat für die Finanzen des Vereins zuständig, hat man bei einer Überprüfung der Sachanlagen gemerkt, dass einige Positionen nicht mehr vorhanden sind, oder mit einer zu langen Abschreibungsdauer verrechnet worden sind - beispielsweise Stadioninfrastruktur. Die rückwirkende Abschreibungen beziehen sich auf einen Zeitraum von gut zehn Jahren. «Diese Korrektur ist in der Tat aussergewöhnlich lange, aber für eine ordentliche Buchführung notwendig - wir sind nun im Reinen», sagt Hammer gegenüber FM1Today.

«Können Sutter nicht einfach mehr Geld geben»

Grundsätzlich sei der FC St.Gallen finanziell aber gut auf Kurs. Die 5,1 Millionen Franken Verlust hätten keinen Einfluss auf die Liquidität des Vereins. Das habe auch mit den sportlichen Erfolgen des Fussballclubs zu tun. «Es gibt ganz klar eine direkte Verbindung zwischen dem sportlichen und wirtschaftlichen Erfolg des FCSG. Je mehr Spiele wir in einem vollen Kybunpark bestreiten können, desto mehr Einnahmen resultieren. Spiele wie gegen Basel schlagen sehr positiv zu Buche und animieren auch für die nächsten Heimspiele», sagt Hammer.

Die sportlichen und wirtschaftlichen Ziele müssen sich aber im Gleichgewicht befinden. «Wir können beispielsweise nicht einfach Alain Sutter sagen, er habe das doppelte Budget für die 1. Mannschaft zur Verfügung, sonst hätten wir in einigen Jahren ein finanzielles Problem.»

Personalkosten sinken, Spielerwerte nehmen zu

Einer der grössten Kostenpunkte des aktuellen Geschäftsberichts: die Personalkosten. Diese konnte der FC St.Gallen konsolidiert gegenüber 2017/18 um 2,3 Millionen Franken, von gut 17,0 Millionen auf 14,7 Millionen Franken, senken. «Wir haben unsere Organisationsstrukturen verbessert, und uns einen klaren Rahmen gesetzt, wie viel Geld wir für die 1. Mannschaft, aber auch für die anderen Einheiten, ausgeben können», so Hammer. Die Spielerwerte hingegen haben von 753'000 Franken auf 824'000 Franken leicht zugenommen. 

Trotz Verlusten – Finanzplan auf Kurs

Alles in allem zeigt sich Hammer mit dem Geschäftsjahr zufrieden. Im kommenden Jahr stünden keine Abschreibungen in der Grössenordnung, wie im aktuellen Bericht, an und man sei mit dem vor eineinhalb Jahren unter Matthias Hüppi eingeführten Finanz- und Entwicklungsplan auf Kurs. Ab kommendem Jahr rechnet Finanzchef Christoph Hammer mit einem ausgeglichenen Ergebnis. 

(SDA/mas) 

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 21. Oktober 2019 21:05
aktualisiert: 21. Oktober 2019 21:05