Kommentar

Fertig, genug! Die Senf-Diskussion ist nur noch nervig

René Rödiger, 14. Februar 2020, 16:28 Uhr
Bratwurst mit Senf? Wieso auch nicht. So gesehen am Sternen Grill in Zürich.
© Benjamin Manser/St.Galler Tagblatt
Die Migros hat zum Valentinstag eine Werbung geschaltet, auf der eine Tube Senf mit der St.Galler Bratwurst zu sehen ist. Garniert wird das Bild mit dem Spruch: «Auf die Liebe und alles, was zusammengehört.» Natürlich gibt es wieder ein paar Nörgler, die meinen, dass Senf nicht zur Bratwurst gehört. So ein Schwachsinn.

Ja, die Bratwurst ist den St.Gallern heilig. Und ja, für eine richtige St.Galler Bratwurst braucht es keinen Senf, die hat genug Geschmack. Da sind sich glaub alle Leute einig. Egal ob St.Galler oder nicht.

Und doch gibt es immer wieder Firmen, die Werbung mit Bratwurst und Senf machen. Am Valentinstag die Migros. Die Reaktionen kommen dazu wie auf Knopfdruck. «Skandal!» «Ketzerei!»

Ja, auch die St.Galler Bratwurst darf man mit Senf bewerben.

© Facebook/Migros

Dabei ist es doch ganz einfach: Jede und jeder soll die Bratwurst so essen, wie sie oder er das will. In St.Gallen kümmert das keine Sau! Das ist ja das Schöne an der Bratwurst: Wer ein bisschen Ketchup, Senf oder was auch immer dazu mag, kann das tun, dadurch wird keine andere Bratwurst besser oder schlechter.

Wer sich über die Kombination Bratwurst und Senf aufregt, nervt sich über den Nachbarn, der am 1. August kein Schweizerfähnli ins Fenster hängt. Oder über den Bus, der 30 Sekunden zu spät kommt. 

In St.Gallen hat man diese ewige Diskussion eh schon lange satt. Und über Senf-Witze lacht nur noch, wer auch über Zürcher-Witze lacht. Also: Hört einfach auf.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 14. Februar 2020 16:29
aktualisiert: 14. Februar 2020 16:28