Netzpistolen

Churer holen Drohnen vom Himmel – und sind für Preis nominiert

Stefanie Rohner, 17. Oktober 2019, 05:48 Uhr
Eine Churer Firma verkauft Netzpistolen, mit denen Drohnen abgeschossen werden können. (Symbolbild)
Eine Churer Firma verkauft Netzpistolen, mit denen Drohnen abgeschossen werden können. (Symbolbild)
© iStock
Tom Lardelli freut sich: Seine Firma Droptec wurde für den Bündner Jungunternehmerpreis nominiert. Der Churer vertreibt Netzpistolen, die Drohnen vom Himmel holen können. Eingesetzt werden sie vor allem bei der Polizei und beim Justizvollzug.

Plötzlich taucht es auf: das hohe Surren einer Drohne. Egal ob beim Wandern oder bei Events, Drohnen werden immer häufiger eingesetzt. Zwar nerven sich einige über die fliegenden Kameras, kriminelle Absichten stecken in solchen Fällen meist nicht dahinter. 

Sollte es jedoch dazu kommen, dass Verbrechen mit einer Drohne geplant werden, gibt es eine Lösung aus Chur: die Netzpistole. Sie schiesst das Netz aus 35 Metern Entfernung auf die Drohne, die dann wie ein Stein vom Himmel fällt.

Netzpistolen am WEF

«Bei Grossanlässen wird die Netzpistole eingesetzt, wenn wichtige Personen anwesend sind und unerlaubterweise gefilmt werden oder um für den Fall eines geplanten Anschlags gerüstet zu sein», sagt Tom Lardelli, Geschäftsführer Marketing und Vertrieb der Firma Droptec.

Am World Economic Forum (WEF) in Davos werden die Netzpistolen ebenfalls eingesetzt. «Dort bewegen sich viele Personen, die ein Ziel für einen Anschlag sein könnten. Eine Drohne mit Sprengstoff oder ähnlichem ist heute ein Szenario, das die Polizei auf dem Schirm hat», sagt Lardelli.

Spionage verhindern

Kunden von Droptec sind vorwiegend die Polizei und die Justiz, aber auch Sicherheitsfirmen und Private. «Bei Gefängnissen wird die Pistole eingesetzt, um Spionage und Schmuggel zu verhindern. Beides konnte schon erfolgreich verhindert werden mit der Netzpistole», sagt Lardelli.

Gesetzlich sind der Besitz und die Nutzung der Netzpistolen klar mit dem Waffenrecht geregelt. Die Droptec stand zu Beginn demnach auch vor der Aufgabe, die Gesetzeslagen aller Länder in Europa in Erfahrung zu bringen. 

«Das Interesse war gross»

Die Netzpistole wurde von Philipp Furrer, Geschäftsführer Entwicklung und Produktion, entwickelt. «Damals wurde die Firma Polycontact in Chur - unsere Mutterfirma - von der Kantonspolizei Graubünden im Rahmen eines Projektes gebeten, einen Prototypen zu entwickeln, der ein Netz abfeuern kann, um Drohnen einzufangen», sagt Lardelli.

Lardelli ist noch während seines Studiums zur Firma gestossen und hat geholfen, den Prototypen - damals noch ein Gewehr - weiterzuentwickeln. 2016 wurde dann die Firma Droptec gegründet. Die Nachfrage war nicht nur seitens der Polizei vorhanden, an den Messen, an der die Firma auftrat, wurde schnell klar, dass die Nachfrage und das Interesse gross sind. «Bis heute ist die Netzpistole einzigartig, es gibt nichts Vergleichbares.»

Tom Lardelli, Geschäftsführer Droptec

Tom Lardelli, Geschäftsführer Droptec, freut sich über die Nominierung für den Jungunternehmerpreis.

© zVg

Drei Finalisten 

Lardelli entschloss sich, die Firma beim Bündner Jungunternehmerpreis anzumelden. «Ich habe nicht damit gerechnet, dass wir gleich unter den Finalisten landen, aber ich freue mich riesig darüber», sagt er. Nebst Droptec sind zwei weitere Firmen unter den Finalisten: Natacha Espirito Santo aus Chur mit dem «oba aba Zerowaste»-Laden und Johannes Gujan aus Flims mit «Putzprinz Gujan». Der Bündner Jungunternehmerpreis wird am 23. Oktober zum siebten Mal verliehen. 

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 17. Oktober 2019 05:39
aktualisiert: 17. Oktober 2019 05:48