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Hausärztemangel

Doppelt so viel Geld für Ausbildung von Hausärzten in Graubünden

11. November 2021, 16:40 Uhr
Die Bündner Regierung hat für die Ausbildung von Hausärztinnen und Hausärzten am Kantonsspital in den kommenden Jahren 4,3 Millionen Franken gesprochen. Das ist doppelt so viel wie bisher. Doch bereits in 10 bis 15 Jahren wird ein Drittel der praktizierenden Hausärzte pensioniert. Nachwuchs muss her.
Bisher gab der Kanton jährlich 600'000 bis 800'000 Franken für die Hausarzt- und Praxisassistenz-Ausbildung am Kantonsspital Graubünden und in Arztpraxen aus.
© Keystone

Zur Zeit praktizieren schätzungsweise 150 bis 180 Hausärztinnen und Hausärzte im Kanton Graubünden. Rund ein Drittel davon wird in den nächsten Jahren pensioniert, deshalb lohnt sich diese hohe Investition in die Ausbildung von Nachwuchshausärzten, wie der Leiter des Gesundheitsamts Graubünden, Rudolf Leuthold auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte.

Bisher gab der Kanton jährlich 600'000 bis 800'000 Franken für die Hausarzt- und Praxisassistenz-Ausbildung am Kantonsspital Graubünden und in Arztpraxen aus. Im Schnitt schloss eine Person jährlich die Hausarzt- und sechs Personen die Praxisassistenz-Ausbildung ab. Künftig sollen es vier, beziehungsweise acht Absolventinnen und Absolventen sein. Dafür sprach die Regierung für 2022 1,3 Millionen Franken, für 2023 1,4 Millionen Franken und ab 2024 1,6 Millionen Franken, wie der Kanton am Donnerstag mitteilte.

Zudem trägt der Kanton 75 Prozent der Lohnkosten der Absolvierenden, wie Leuthold erklärte. Das Ziel sei klar, dass auch nach der Pensionierung von vielen Hausärztinnen und Hausärzten im Kanton die Versorgung weiterhin sichergestellt werden könne. Die Beiträge sprach die Regierung unter dem Vorbehalt, dass der Grosse Rat das Budget genehmigt.

Quelle: sda
veröffentlicht: 11. November 2021 16:40
aktualisiert: 11. November 2021 16:40