Graubünden

Fideriser Heuberge ohne Winter-Saison – «Wollen kein Risiko eingehen»

11. August 2020, 16:37 Uhr
Das kleine Bündner Skigebiet Fideriser Heuberge bleibt kommenden Winter geschlossen. Verwaltungsrat und Geschäftsleitung der Heuberge AG entschieden sich wegen der unsicheren Covid-Situation zu diesem Schritt.
Henrik Vetsch, Geschäftsleiter der Heuberge AG
© zVg

Im Gegensatz zur Sommersaison liessen die Abläufe während der Wintersaison keinen wirtschaftlichen Betrieb zu, bei dem die Vorsichtsmassnahmen wegen der Corona-Pandemie umgesetzt werden könnten, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. «Wir wollen nicht, dass sich die Leute bei uns anstecken. Nachdem wir die Risiken abgewägt haben, sind wir zu dieser Entscheidung gekommen», sagt Henrik Vetsch, Geschäftsleiter der Heuberge AG, gegenüber FM1Today.

Pause besser tragbar als Unterbruch

Für die Heuberge AG sei ein gänzlicher Verzicht auf die Wintersaison 20/21 besser zu verkraften, als wenn diese durch einen zweiten Lockdown oder ähnliches unterbrochen würde, sagt Vetsch. Die aktuelle Entwicklung halte viele Unsicherheiten bereit. «Wir glauben, dass diese Tendenz noch bis nächsten Winter weitergehen könnte.»

Ausserdem sei schon diesen Sommer spürbar, dass sich das Buchungsverhalten der Gäste verändert habe: «Es wird weniger gebucht und grössere Gruppen haben ihre Buchungen sehr kurzfristig storniert. Das ist für uns ein riesiges Risiko.»

«Gehen nicht davon aus, dass Winterpause aufgehoben wird»

Finanziell werde die Heuberge AG die Winterpause überstehen. Dass der Betrieb im Laufe der Saison trotzdem noch aufgenommen werde, sei nicht vorgesehen: «Die Planung einer Wintersaison braucht viel Vorarbeit. Wir haben intern auch Szenarien mit reduziertem Betrieb durchgespielt. Aktuell gehen wir aber nicht davon aus, dass die Winterpause doch noch aufgehoben wird», sagt Vetsch.

Im Winter sind im kleinen Prättigauer Skigebiet bis zu 80 Mitarbeitende beschäftigt. Die Heuberge AG betreibt im kleinen, in sich geschlossenen Gebiet auf rund 2000 Metern über Meer drei Lifte sowie drei Berghäuser. Bekannt ist das Gebiet vor allem wegen des 12 Kilometer langen Schlittelweges. Der Prättigauer Unternehmer Walter Vetsch – Henriks Vater – hatte 2011 die Aktienmehrheit der Betreibergesellschaft übernommen und damals die Zukunft des Ski- und Feriengebiets gesichert.

(sda/dab)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 11. August 2020 09:17
aktualisiert: 11. August 2020 16:37
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