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Graubünden

Gemeindepolizei St.Moritz will Taser – auch gegen Hunde

1. Oktober 2020, 11:12 Uhr
Die Gemeindepolizei St.Moritz will aufrüsten: Sie wartet derzeit auf zwei neue Elektroschockpistolen, die bei Menschen, aber auch bei Hunden zum Einsatz kommen könnten.
Die Polizei hat Taser beantragt. (Symbolbild)
© KEYSTONE/SALVATORE DI NOLFI

Messerangriffe, Bedrohung mit einer Schusswaffe oder aggressive, nicht kontrollierbare Hunde: Dann könnten die so genannten Destabilisierungsgeräte (DSG) zum Einsatz kommen, wie die «Südostschweiz» schreibt.

DSG sind besser bekannt als Taser oder Elektroschockpistolen. Die Sicherheitskommission St.Moritz/Pontresina hat den Antrag an die Exekutive gestellt, die Gemeindepolizei mit Tasern auszustatten.

Es könnte zu Verletzungen kommen

Manuel Egger, Chef der Gemeindepolizei St.Moritz/Pontresina, sagt gegenüber der «Südostschweiz», dass die Taser beim Einsatz gegen Hunde unbedenklich seien. Die Tiere würden lahmgelegt. Sobald die Elektroden entfernt würden, sei die Sache erledigt.

Das sieht der Kantonstierarzt von Graubünden, Giochen Bearth, nicht ganz gleich. So könne es durch die Verwendung der pfeilförmigen Projektile zu Verletzungen an Augen oder Arterien, die nahe der Körperoberfläche liegen, kommen.

Stadtpolizei Chur hat auch Taser

Zudem könne es zu Wunden bei der Entfernung der Widerhaken kommen oder das Tier – wie auch der Mensch – könne sich beim Sturz verletzen. Bei scheuen Hunden könnten zudem psychische Probleme zurückbleiben.

Die Stadtpolizei Chur hat schon länger Taser, auch diese können gegen Hunde eingesetzt werden. René Wiprächtiger, stellvertretender Abteilungsleiter der Verkehrs- und Sicherheitspolizei der Stadt Chur, sagt zur «Südostschweiz», dass das bei der Stadtpolizei aber noch nie vorgekommen sei.

Er sagt auch, dass ein aggressiver Hund nicht ausreiche, um den Taser einzusetzen. Dazu komme es erst, wenn der Schusswaffengebrauch zur Diskussion stehe und somit Gefahr für den Beamten oder andere Menschen bestehe.

Der Einsatz eines Tasers ist rechtlich nur zulässig, wenn es kein milderes Mittel zur Verteidigung von Leib und Leben gibt.

(red.)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 1. Oktober 2020 11:12
aktualisiert: 1. Oktober 2020 11:12