Grosses Baumfällen in Chur

Claudia Amann, 13. Januar 2017, 17:56 Uhr
Neben den alten wurden bereits neue Bäume eingepflanzt
Neben den alten wurden bereits neue Bäume eingepflanzt
© (KEYSTONE/Marcel Bieri)
Es ist eine harte Tatsache: In Chur müssen rund 250 Bäum gefällt werden. Und das im beliebten Naherholungsgebiet Rheinwäldli. Die Vorbereitungen beginnen bereits nächste Woche.

Von dem Kahlschlag betroffen sein werden rund 250 Bäume mit einem Volumen von insgesamt 180 Kubikmeter Holz. Sie stehen zwischen dem Kieswerk und Haldenstein. Nach einer neuen Regelung ist zwischen Bäumen und Starkstromleitungen ein Sicherheitsabstand von zehn Metern einzuhalten. Der erforderliche Abstand wird bei vielen Bäumen im Churer Rheinwäldli nicht eingehalten. Bisher galten sieben Meter Abstand, wie die Stadt Chur am Freitag mitteilt.

Spaziergang unter Baumdächern

Diskussionen in der Bevölkerung scheinen vorprogrammiert: Der Ort ist bei Spaziergängern sehr beliebt. Das betont auch Churs Chefförster Toni Jäger. «Wenn man dort durchspaziert, ist man gewissermassen unter dem Dach dieser Bäume unterwegs.»

Andererseits gibt es über das Fällen der Bäume gar nichts zu diskutieren, da sie einfach zu nahe an den Starkstromleitungen stehen. Zudem ist die Hälfte der betroffenen Bäume schon sehr alt.

Projekt geht bis ins nächste Jahr

Bis ungefähr Anfang Februar werde man die Bäume auf dem Abschnitt vom Kieswerk in Richtung Haldenstein fällen. Während dieser Zeit sind der Rheindammweg und der dortige Reitweg auf Teilstrecken jeweils von Montag bis Freitag tagsüber gesperrt. Im nächsten Winter soll dann der restliche Abschnitt vom Spielplatz Haldenstein in Richtung Chur folgen.

Nur bedingtes Herzbluten

Ob dem Förster durch das Fällen der Bäume das Herz blutet? «Nicht wirklich, das gehört zu unserem Job», sagt Toni Jäger. Das Problem sei eher ein optisches - man fühle sich durch das Fehlen der hohen Bäume der Autobahn näher.

Und die gute Nachricht ist, dass diese jungen Bäume - die bereits neben den alten Bäumen gepflanzt worden sind -  wachsen und in ein paar Jahren wieder ein Gefühl von einem Wald geben werden.

Claudia Amann
Quelle: red.
veröffentlicht: 13. Januar 2017 17:56
aktualisiert: 13. Januar 2017 17:56