Muslime mit Wildschweinen verglichen

Raphael Rohner, 19. Februar 2018, 11:57 Uhr
Der Herausgeber der Gratiszeitung «Gipfel Zytig» wurde vom Kantonsgericht Graubünden verurteilt.
Der Herausgeber der Gratiszeitung «Gipfel Zytig» wurde vom Kantonsgericht Graubünden verurteilt.
© (KEYSTONE/Martin Ruetschi)
Der Autor und Herausgeber der Gratiszeitung «Gipfel Zytig» wurde wegen Rassendiskriminierung verurteilt. Er verglich unter anderem Muslime mit Wildschweinenund Dunkelhäutige mit Hunden.

In der Gratiszeitung «Gipfel-Zytig» machte der Davoser Verleger Heinz Schneider Vergleiche zwischen Wildscheinen und Ausländern. Diese wurden zwar als Satire angegeben, doch nicht als solche wahrgenommen. Der Verfasser schrieb über Wildschweine: «Sie tragen keine Kopftücher! Sie benützen keine geklauten Fahrräder, Roller oder BMWs! Sie tragen keine Messer!» Dann fügte er an: «Aber: Auf die darf geschossen werden!» Ebenso wurden Dunkelhäutige mit Hunden verglichen, schreibt die «Südostschweiz». Wegen solchen rassistischen Vergleichen wurde Schneider vom Bezirksgericht Prättigau/Davos schuldig gesprochen.

«Man muss Grenzwertiges produzieren»

Dieses Urteil bestätigt nun das Kantonsgericht Graubünden. Schneider hatte Klage gegen den Entscheid des Bezirksgerichts eingelegt. Er verteidigte sich laut der Südostschweiz damit, dass man manchmal «Grenzwertiges» produzieren müsse um ein Echo zu erhalten. Er habe die Vergleiche unter Zeitdruck ins Blatt genommen und zu wenig gelesen, verteidigte er sich. Gegen die Vergleiche in der Zeitung von Schneider klagte auch der Schweizer Presserat.

Rassismus ist keine Meinungsfreiheit

Schneider wurde wegen Rassendiskriminierung zu einer bedingten Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 60 Franken verurteilt, sowie zu einer Busse von 700 Franken. Gegen diesen Entscheid ging er in Berufung und sein Advokat machte die Meinungsäusserungsfreiheit geltend. Die Texte seien Satire. Das Kantonsgericht beurteilte sie Vergleiche als klar rassistisch und als keine Satire. Eher sei es ein derber Witz, der Vorurteile gegen eine bestimmte Gesellschaftsgruppe schüre, schriebt das Kantonsgericht in seinem Urteil.

Es ist bereits die zweite Rassismus-Verurteilung von Schneider. Im Jahr 2013 wurde er schon einmal verurteilt wegen rassistischen Artikeln.

Raphael Rohner
Quelle: red
veröffentlicht: 19. Februar 2018 11:29
aktualisiert: 19. Februar 2018 11:57