Coronavirus

Unterschiedliche Massnahmen: Spezialfall beim Skigebiet Samnaun-Ischgl

Géraldine Bohne, 6. November 2020, 19:53 Uhr
Das Skigebiet Samnaun startet am 11. Dezember in die Saison. (Archivbild)
© Keystone
Die Planung der kommenden Skisaison ist für die Bergbahnen aufgrund des Coronavirus generell schwierig. Noch schwieriger ist sie für grenzübergreifende Skigebiete wie Samnaun-Ischgl, welche sich nach den Massnahmen zweier Länder richten müssen.

Bergbahnen in Österreich dürfen bis Ende November nicht öffnen, in der Schweiz gab es bis jetzt keine solche Regel. Das stellt das grenzübergreifende Skigebiet Samnaun-Ischgl vor eine Herausforderung. Der Saisonstart musste bereits um zwei Wochen nach hinten verschoben werden und noch immer bleibt ungewiss, ob überhaupt beide Länderseiten ihr Gebiet öffnen dürfen.

Samnaun öffnet vor Ischgl

«Wir wissen nicht, wie attraktiv es ist, wenn nur Samnaun öffnen könnte», sagt Mario Jenal von den Bergbahnen Samnaun zu FM1Today. Das Skigebiet Samnaun würde einen Drittel der Pistenkapazität besitzen, Ischgl zwei Drittel. Aufgrund der Massnahmen wird das Gebiet Samnaun eine Woche vor Ischgl in die Saison starten, also am 11. Dezember, Ischgl am 17. Dezember. In Stein gemeisselt sind auch diese Termine nicht. Man werde vor zu prüfen, wie die Buchungsstände seien und sich den Massnahmen der Länder anpassen müssen. «Wir müssen uns ständig treffen und updaten, weil es immer wieder neue Verordnungen gibt», so Jenal.

Unterschiedlicher Mindestabstand

Ob es im Gebiet verschiedene Massnahmen gebe? «Grundsätzlich nicht, nur der vorgegebene Mindestabstand ist in den beiden Ländern verschieden.» So gilt in der Schweiz eineinhalb Meter, in Österreich nur einen Meter. Die Massnahmen im Skigebiet unterscheiden sich sonst nicht von anderen Skigebieten: Es gilt Maskenpflicht in den Sesselbahnen und Liften, in Restaurants gibt es eine limitierte Gästezahl und eine Registrationspflicht. Zudem werden die Lifte ständig desinfiziert, den Gästen wird beim Kauf eines Skipasses ein Multifunktionstuch geschenkt. «Der Gast merkt keine Länder-Unterschiede.»

Ischgl hat mit Image-Schaden zu kämpfen

Trotz vieler Massnahmen scheint es nicht so, dass die Gäste abgeschreckt sind. «Hotelbetriebe haben mit ihren Stammgästen einen ähnlichen Buchungsstand wie im Vorjahr», sagt Jenal. Jedoch würden die ausländischen Gäste aufgrund der Reisebeschränkungen fehlen. Dafür verzeichne man einen Zuwachs an Schweizer Gästen. Dass Ischgl anfangs Jahr ein Corona-Hotspot war, kratzt am Image von Samnaun nicht. «Wir haben eine ganz andere Infrastruktur. Bei uns gibt es 2500 Fremdbetten, in Ischgl 12'000.» Zudem sei auch der Après-Ski an den beiden Orten komplett verschieden. Wegen der Corona-Ausbreitung im letzten Winter und den folgenden Schlagzeilen hätte Ischgl nun mehr zu kämpfen.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 6. November 2020 19:53
aktualisiert: 6. November 2020 19:53