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Bivio

Zwei Flugzeugabstürze: Fünf Menschen sterben – darunter ein Kind

14. Juni 2021, 14:12 Uhr
Oberhalb von Bivio sind am Samstag ein Motorflieger und ein Segelflugzeug abgestürzt. Die beiden Piloten und drei Passagiere wurden tödlich verletzt. Unklar ist, ob die beiden Flugzeuge zusammengekracht sind.
Sowohl ein Motorflieger als auch ein Segelflugzeug stürzten oberhalb von Bivio ab.
© Kapo GR

Die Rega meldete der Bündner Kantonspolizei am Samstag gegen 21.30 Uhr, dass oberhalb von Bivio ein Segelflugzeug abgestürzt und der Pilot verstorben sei. Aufgrund der Witterung waren an diesem Abend keine weiteren Bergungsarbeiten möglich. Deshalb gingen die Arbeiten am Sonntag weiter, dabei wurde einen Kilometer von der Absturzstelle entfernt ein ebenfalls abgestürztes Motorflugzeug gefunden. Auch diese Flugzeuginsassen – der Pilot, eine Frau, ein Mann und ein Kind – starben beim Crash. «Zu dem Zeitpunkt, als wir das Segelflugzeug gefunden haben, hatten wir noch keine Kenntnis davon, dass ein zweites Flugzeug vermisst wird», sagt Roman Rüegg, Mediensprecher der Kantonspolizei Graubünden, gegenüber FM1Today. Derzeit laufen die Bergungsarbeiten weiter. «Spezialisten sind vor Ort und sichern die Flugzeugteile.»

Segelflugzeug-Pilot aus dem Thurgau

Beide Piloten starteten am Samstag. Jener des Segelflugzeugs von Amlikon im Thurgau aus, der Motoflugzeug-Pilot hob in Neuenburg ab. Das Motorflugzeug flog um kurz nach 17 Uhr nach einem Zwischenstopp in Samedan weiter, das Ziel war der Flughafen in Locarno. Ob die beiden Piloten das gleiche Ziel hatten, kann Rüegg nicht sagen.

Bei den Bergungsarbeiten auf rund 2700 Metern über Meer waren Mitglieder der SAC Sektion Bernina, die Feuerwehr Samedan-Pontresina, die Heli Bernina, die Feuerwehr des Engadin Airport sowie die Kantonspolizei Graubünden involviert. Die Identifikation der Verunfallten ist noch nicht abgeschlossen.

Kam es zu einer Kollision?

Die Zuständigkeit für die Untersuchung liegt jetzt bei der Bundesanwaltschaft (BA). Diese steht im Kontakt mit den kantonalen Behörden Graubündens und wird vom Bundesamt für Polizei (fedpol) unterstützt. Die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) hat die Abklärungen zur Unfallursache aufgenommen. Insbesondere wird auch untersucht, ob die beiden Flugzeugabstürze in Zusammenhang miteinander stehen – und ob es vor den Abstürzen zu einer Kollision kam. «Ein möglicher Zusammenstoss ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen.»

Schwerer Unfall

Flugzeugabstürze mit fünf oder mehr Todesopfern sind in der Schweiz eher selten. Zuletzt war 2018 ein Oldtimer-Flugzeug des Typs Ju-52 am Piz Segnas bei Flims GR abgestürzt. Dabei kamen alle 20 Insassen ums Leben.

2012 starben beim Absturz einer einmotorigen Piper im freiburgischen Tatroz sechs Menschen. Und 2011 stürzte ein zweimotoriges Touristenflugzeug in den Walliser Alpen in der Nähe des Weisshorns ab, fünf Menschen verloren dabei ihr Leben.

Quelle: Kapo GR/sda/red.
veröffentlicht: 14. Juni 2021 10:38
aktualisiert: 14. Juni 2021 14:12