«Jahrelange Misswirtschaft»

Angela Mueller, 1. Juli 2018, 08:55 Uhr
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Die Klinik St.Georg in Goldach schreibt tiefrote Zahlen. Nun muss sie schliessen und 40 Angestellte verlieren ihre Stelle; einen Sozialplan gibt es nicht, weil das Geld fehlt. Nun regt sich Widerstand.

Noch im Jahr 2014 war die Privatklinik total saniert worden, letzte Woche dann die Hiobsbotschaft: Alle 40 Angestellten verlieren ihren Job. Aus dem Umfeld des Pflegepersonals ist zu hören, dass die Angestellten rund 30 Vorschläge eingereicht haben, wie die Klinik zu retten sei. Unter anderem waren die Mitarbeitenden bereit, ihr Pensum zu reduzieren. Doch die Vorschläge stiessen beim Verwaltungsrat nicht auf Gehör.

«Das waren interessante und gute Vorschläge und es ist sehr erstaunlich, wie wenig Zeit der Verwaltungsrat gebraucht hat, um diese zu prüfen», sagt Edith Wohlfender, Geschäftsführerin des Berufsverband der Pflegefachpersonen SG, TG, AR, AI.

Kein Sozialplan vorgeschrieben

Der Verwaltungsratspräsident verteidigt sich, er habe sehr wohl Stellung zu den Vorschlägen der Mitarbeitenden bezogen. «Aufgrund der prekären finanziellen Situation der Klinik hat der Verwaltungsrat jedoch entschieden, dass ein Sozialplan keine Verbesserung der einzelnen Mitarbeiter gebracht hätte, sagt Peter Cott, Verwaltungsratspräsident St.Georg Goldach AG. Ausserdem sei die Klinik aus rechtlicher Sicht nicht zu einem Sozialplan verpflichtet.

Regierung nimmt sich dem Thema an

Bei der SP lastet man der Klinik «jahrelange Misswirtschaft» an. «Man hätte die Schliessung der Klinik besser vorbereiten können», sagt Max Lemmenmeier, Präsident der SP St.Gallen. «Ich bedaure diesen Entschluss sehr», sagt Heidi Hanselmann, Regierungsrätin Kanton SG. Die Regierung wird sich nächsten Dienstag genauer mit der Klinik auseinandersetzen.

(agm)

 

 

 

 

Angela Mueller
veröffentlicht: 1. Juli 2018 08:55
aktualisiert: 1. Juli 2018 08:55