Keine Antwort auf dem Notruf 117

Angela Mueller, 27. Oktober 2016, 10:50 Uhr
Stapo SG
Im Notfall die 117 wählen und dann kommt Hilfe. Mit dieser Gewissheit gehen wir durch den Alltag. Ein St.Galler musste am Mittwoch aber erfahren, dass es dafür keine Garantie gibt. Auf seinen Notruf meldete sich niemand.

Zuerst dachte er, der Ehestreit der Nachbarn würde sich wieder legen. Doch als die Schreie immer lauter wurden, ging der St.Galler Blogger Eric-Oliver Mächler dazwischen. «Die beiden wollten, dass ich die Polizei rufe», schreibt Mächler in seinem Blog am Mittwoch.

Mächler rief den Notruf 117 an und erlebte ein böse Überraschung: Das Telefon klingelte ins Leere. «Ich habe es drei bis vier Minuten läuten lassen und niemand hat meinen Anruf übers Handy abgenommen.» Auch der Versuch über Internet-Telefonie misslang - wieder vier Minuten keine Antwort. Mächler zog seine Nachbarin zu Rate, aber auch ihr Versuch, die Notrufzentrale über das Festnetz zu erreichen scheiterte. Niemand meldet sich«. Also total haben wir zwei es zusammen sicher mehr als 12 Minuten läuten gelassen.»

Die Nummer 144 als Ersatz

Währendessen wurde der Streit des Ehepaars immer lauter und dramatischer. Mächler wählte kurzerhand die Nummer 144. «Ich habe mal gelesen, dass die Notrufzentrale St.Gallen die Polizei, Feuerwehr und Santität umfasst.» Tatsächlich - endlich die Erlösung: «Eine nette Frau nahm ab.» Doch bevor Mächler weiter verbunden wurde, musste er zuerst einen «Rüffel» einstecken, weil er nicht die 117 eingestellt hatte.

«30 Sekunden später bin ich bei der Polizei gelandet», schreibt Mächler. Zwar mussten alle Beteiligten noch 20 Minuten auf die Polizei warten «dafür waren dann zwei Autos mit vier  Polizisten und Polizistinnen da». Weiter stellt Mächler klar: «Die Polizisten haben einen sauberen Job gemacht. Danke.»

«Ist das normal?»

Mächler stellt nun die berechtigte Frage offen an die Stadtpolizei: «Ist das normal, dass sich über Mittag auf die Notfallnummer 117 niemand meldet?» Die Stadtpolzei St.Gallen hat sich noch am gleichen Tag  über« Twitter» gemeldet. «Wir klären das ab und geben baldmöglichst Rückmeldung.»

Dionys Widmer, Sprecher der Stadtpolizei bestätigt: «Wir klären den Fall ab. Im Moment suchen wir noch die Daten zusammen und können nichts weiter zu diesem Fall sagen.» Doch Tatsache ist, alle Notrufe auf die Nummer 117 auf St.Galler Stadtgebiet werden zur Stadtpolizei St.Gallen umgeleitet. «Diese Nummer muss immer erreichbar sein. Wir nehmen den Fall sehr ernst.»

Warum am Mittwoch über Mittag niemand auf den Notruf reagierte, kann sich Widmer höchstens so erklären: «Wenn viele Notrufe gleichzeitig eingehen, kann es sein, dass es etwas länger dauert, bis jemand abnimmt.»

 

Angela Mueller
veröffentlicht: 27. Oktober 2016 10:05
aktualisiert: 27. Oktober 2016 10:50