Liechtensteiner Trikots im Kongo

Dario Brazerol, 20. Juli 2019, 10:50 Uhr
Fussballtrikots der Liechtensteiner Nationalmannschaft werden nicht nur von eingefleischten Fans getragen. Auch im Kongo wird unter der Flagge des Fürsten gekickt. Claudia Doron erklärt, wie es dazu kam.

Das Liechtensteiner Wappen prangt auf ihrer Brust. Stolz posieren die Fussballer für ein Mannschaftsfoto. Eigentlich scheint alles normal. Nur befinden sich die Fussballer nicht im Fürstentum, sondern im rund 6000 Kilometer entfernten Kongo. Die Liechtensteiner Trikots haben eine lange Reise hinter sich. Verantwortlich dafür ist Claudia Doron mit dem Verein «River of Hope».

«Sie wissen, woher die Trikots kommen»

«Ich habe den Verein 2010 gegründet. Ausserhalb von Kinshasa habe ich 4 Hektaren Land gekauft, um mit Schulen und Agrikultur die Bevölkerung zu unterstützen», sagt die Buchserin. Auf dem Land wurde das Zentrum «Tala Mosika» errichtet. Damit soll der lokalen Bevölkerung eine Zukunft mit Perspektive ermöglicht werden. Um dies zu ermöglichen, ist Claudia Doron immer wieder selbst vor Ort und sendet nötiges Material in den Kongo.

Seit 2010 ist Claudia Doron regelmässig selbst im Zentrum «Tala Mosika» vor Ort. (Foto: zVg)
Seit 2010 ist Claudia Doron regelmässig selbst im Zentrum «Tala Mosika» vor Ort. (Foto: zVg)

Unterstützt wird sie dabei auch von Adrian Kind, der im Liechtensteiner Lions Club aktiv ist, einer Freiwilligen-Organisation, die humanitäre Dienste leistet. «Adrian Kind vernetzt mich mit allen. So sind wir auch an die Trikots der Liechtensteiner Nationalmannschaft gekommen», sagt Claudia Doron. Denn Fussball ist ein grosses Thema im Zentrum «Tala Mosika». Und mit den Liechtensteiner Trikots spielt es sich noch viel besser: «Sie wissen, woher die Trikots kommen, und tragen sie mit Stolz. Allerdings dürfen sie die Shirts nur während des Trainings tragen.»

Noch mehr Ostschweiz im kongolesischen Fussball

Nach den Trainings müssen die Trikots wieder abgegeben werden. Dies, um zu verhindern, dass die Trikots verkauft werden. Doch es steckt noch mehr Ostschweiz im kongolesischen Fussball, sagt Claudia Doron: «Die Spieler haben Trainingsanzüge vom Ostschweizer Fussballverband bekommen. Sie sind damit das bestangezogene Team der Region.»

Claudia Doron ist in der neuen Staffel von «Mensche i de Ostschwiz» zu sehen. Diese startet am 11. August auf TVO. Weitere Infos zum Verein «River of Hope» gibt es hier.
(dab)
Dario Brazerol
veröffentlicht: 20. Juli 2019 10:50
aktualisiert: 20. Juli 2019 10:50