Mehrere Streithähne über Festtage

Fabienne Engbers, 26. Dezember 2017, 12:14 Uhr
Die Kantonspolizei musste mehrere Male wegen Streitereien ausrücken. (Symbolbild)
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Die Kantonspolizei St.Gallen rückte in den vergangenen Tagen mehr als ein Dutzend mal wegen Familienstreitigkeiten aus. Ein 35-jähriger Slowake musste festgenommen werden.

Weihnachten, das Fest der Liebe. So sollte es zumindest sein. Oft führt die alljährliche Zusammenführung der ganzen Sippschaft aber auch zu Streitigkeiten. Dieses Wochenende sind einige dieser Streitereien so ausgeartet, dass die Kantonspolizei St.Gallen gleich mehrmals gerufen wurde.

Slowake wurde handgreiflich

Ein 35-jähriger Slowake wurde gegenüber seiner Freundin handgreiflich. Anwesend war dabei auch das sieben Wochen alte Kind der beiden. Der alkoholisierte Mann musste vor der Polizei festgenommen werden. Dabei griff er auch die Polizisten an. Der Mann darf die Wohnung für zehn Tage nicht betreten.

Sohn zerreisst dem Vater das Shirt

In einem Fall waren nicht die Eltern, sondern das Kind Schuld an einem Polizeiaufgebot. Ein erwachsener Sohn zerriss seinem Vater offenbar unter Medikamenteneinfluss das T-Shirt. Der Sohn verhielt sich so aggressiv, dass er ins Spital eingeliefert wurde.

Viele Streitereien mit anwesenden Kleinkindern

Mehrere Paare stritten sich im Beisein ihrer Kleinkinder. Eine nicht anerkennende Vaterschaft, eine bevorstehende Scheidung und unterschiedliche Ansichten über die Erziehung eines schreienden Vierjährigen führten zu lautstarken Auseinandersetzungen. Die Polizei konnte die Situation jeweils entschärfen, eine Einigung und Versöhnung der streitenden Paare konnte jedoch nur selten erzielt werden.

Dass so oft Kinder in diese Streitigkeiten mit hinein gezogen werden, macht Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen, zu schaffen. «Das gibt mir zu denken, auch wenn kleinere Kinder, die erst mehrere Monate alt sind, das noch nicht mitbekommen. Man muss sich überlegen, was später aus diesen Kindern wird, unter welchen Bedingungen sie aufwachsen.»

Polizisten sind gefordert

Wenn Eltern sich derart streiten, dass die Polizei aufgeboten wird, ist das auch für die Beamten keine einfache Situation. «Man muss zwei erwachsenen Personen sagen, dass sie, so wie sie sich verhalten, nicht unseren Gesellschaftsnormen entsprechen», sagt Hanspeter Krüsi.

Die Polizisten müssen vor Ort einen Konflikt schlichten, oder zumindest eine Lösung finden. «Man kann den Streitenden anbieten, dass einer der Beteiligten an einem anderen Ort übernachtet, aber auch das ist teilweise schwierig, da beide stur sein können. Zusätzlich spielen oft Alkohol oder Betäubungsmittel eine Rolle im Konflikt.»

Die Kantonspolizei St.Gallen bildet ihre Polizisten dafür aus, um in Streitsituationen richtig zu agieren. «Es wird grosser Wert auf die psychologische Ausbildung gelegt. Auch Ethik und interkulturelle Differenzen werden in der Schule, die die Polizisten durchlaufen, gelehrt», sagt Hanspeter Krüsi.

 

Fabienne Engbers
Quelle: red
veröffentlicht: 26. Dezember 2017 11:10
aktualisiert: 26. Dezember 2017 12:14