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Degersheim

Mit einer Raumpatenschaft gegen Littering

Krisztina Scherrer, 22. Oktober 2019, 14:56 Uhr
Die Gemeinde Degersheim sucht Freiwillige, welche als sogenannte «Raumpaten» in einem zugeteilten Landstück für Ordnung sorgen. Das Projekt wurde von der Interessengemeinschaft für eine saubere Umwelt (IGSU) gestartet und findet in der ganzen Schweiz Anklang.
Die IGSU organisiert nicht nur die Raumpatenschaften, auch am Clean-Up-Day sind sie mit dabei.
© igsu.ch

Degersheim möchte sich für eine saubere Umwelt einsetzen. Die Gemeinde sucht deshalb Personen oder Vereine, die auf freiwilliger Basis eine Raumpatenschaft übernehmen. Als Raumpatin oder -pate übernimmt man ein Landstück und sorgt dort für Sauberkeit. 

«Es geht um die Sensibilisierung. Die Leute nehmen mit diesem Projekt Kenntnis davon, dass Littering etwas ist, was man nicht machen sollte und das andere Menschen davon betroffen sind, wenn man einfach Abfall wegschmeisst», sagt Andreas Baumann, Gemeinderatsschreiber in Degersheim, gegenüber FM1Today. 

Gruppen, Privatpersonen und Firmen gegen Littering

Das Projekt «Raumpatenschaft» wurde Ende 2018 von der IGSU initiiert. «Bei uns melden sich Gruppen, Privatpersonen oder sogar Firmen, die sich einsetzen, einen Beitrag leisten und auch zeigen wollen, dass Littering stört und dass man etwas dagegen unternehmen kann», sagt Nora Steimer, Geschäftsleiterin der IGSU. 

«Das ist eine super Idee»

Die IGSU kommuniziert über verschiedene Wege mit den Gemeinden. «Es kann auch sein, dass sich eine Person, die gerne eine Raumpatenschaft übernehmen möchte, bei uns meldet und dann gehen wir auf die jeweilige Gemeinde zu», so Steimer. Die Gemeinde Degersheim ist durch einen einen Newsletter der IGSU auf das Projekt «Raumpaten» aufmerksam geworden. «Wir dachten, dies sei eine super Idee», so Baumann.

«Wir sind offen für alles»

Degersheim bietet die «Raumpatenschaften» erst seit kurzem an. «Es können Vereine oder Private sein – wir sind offen für alles», so Baumann. «Die Leute können auch gerne selber vorschlagen, für welches Gebiet sie eine Patenschaft übernehmen möchten.» Das Material, wie Handschuhe, Greifzange oder Abfallsäcke, werden von der jeweiligen Gemeinde oder der IGSU bereitgestellt. «Wir haben auch ein Onlinetool, das bei der Koordination und Suche von Raumpaten helfen soll», so Steimer.

«Es herrscht Sauberkeit»

Bis jetzt gibt es in der Schweiz über 300 Raumpaten, die 150 Gebiete betreuen. «Zum Teil betreut eine Person mehrere Plätze oder mehrere Leute einen Platz», so Steimer. Eine Gemeinde, die mitmacht, ist Schübelbach im Kanton Schwyz. «Wir sind seit Mai dabei», sagt Luigi Grob, Job-Coach der Gemeinde, gegenüber FM1Today. «Wir sind sehr zufrieden, es läuft gut. Auf den sechs Gebieten, die auf sechs verschiedene Raumpatinnen und -paten aufgeteilt sind, herrscht Sauberkeit.»

100 Franken im Monat

«Wir wollten etwas auf die Beine stellen, das die Gemeinde finanziell nicht belastet und auf einer Freiwilligenbasis durchführbar ist», so Grob. Dafür habe er verschiedene Leute angesprochen, die für eine Raumpatenschaft 100 Franken pro Monat erhalten. «Der Zustupf wird über den Umweltfonds finanziert. Die Raumpatinnen und -paten müssen dafür wöchentlich vier Stunden lang Abfall aufnehmen. Wir decken die Gebiete ab, wo sich sonst niemand oder nur punktuell darum kümmert.» 

Auch die Gemeinde Degersheim hofft auf viele Freiwillige: «Wir würden es schön finden, wenn auch wir bald Raumpatenschaften hätten», so Baumann. Dabei gehe es wirklich darum, dass man achtsam durch die Gegend laufe und auch mal etwas zusammennimmt. «Das ersetzt die Tour unserer Werkhofmitarbeiter nicht.» Wer mitmachen möchte, kann sich direkt bei der Gemeinde melden. 

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 23. Oktober 2019 06:04
aktualisiert: 22. Oktober 2019 14:56