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Niemand will Bierprinzessin werden

Fabienne Engbers, 10. März 2017, 18:15 Uhr
Die Toggenburger Brauerei St.Johann kürte vor zwei Jahren ihre erste Bierprinzessin. Nun ist es an der Zeit, eine Nachfolgerin zu finden. Aber die Anmeldungen trudeln bei der Brauerei nur spärlich ein.

Eigentlich wäre am 3. März Anmeldeschluss gewesen. Die Brauerei St.Johann AG hat sich kurzfristig entschieden, die Anmeldefrist zu verlängern, in der Hoffnung, dass noch mehr Anmeldungen eintreffen.

Meldet sich niemand mehr an, muss die Wahl abgesagt werden

Bislang haben sich zwei Frauen für die Wahl zur Bierprinzessin angemeldet. Deshalb wurde die Anmeldefrist bis zum 17. März verlängert. «Melden sich nicht noch mehr Frauen an, müssen wir die Wahl leider absagen», sagt Christine Meyer, Geschäftsleiterin der Brauerei St.Johann. Die Brauerei, die erst viereinhalb Jahre alt ist, würde damit zwar keine Tradition verlieren, «die Wahl zur Bierprinzessin ist aber ein attraktiver Anlass, sowohl für die Gäste, als auch für die Kandidatinnen».

«Habe eine Wette verloren»

Erste und bisher einzige Bierkönigin wurde Michelle Porchet. Die 23-jährige Toggenburgerin hat das Finale vor zwei Jahren für sich entschieden. «Angemeldet habe ich mich nach einer Wette, die ich verloren hatte. Meine Kollegen mussten mich im Gegenzug an die Wahl begleiten.»

Mittlerweile ist die Toggenburgerin aber froh um die Erfahrungen, die sie in dieser Zeit sammeln konnte. «Ich werde die Zeit sicherlich vermissen, wenn ich mein Krönchen in zwei Monaten weitergebe und auch die Leute, die ich kennenlernen durfte.»

Bewerben darf sich praktisch jede

Wer weiss, dass Bier aus Wasser, Malz, Hopfen und Hefe gebraut wird, mindestens 18 Jahre alt ist und ein Dirndl im Schrank hat, darf sich für die Wahl zur Bierprinzessin anmelden. Geeignet für den Job sind laut der akutellen Bierprinzessin vor allem Einheimische. «Ich finde es wichtig, dass die Bierprinzessin aus der Region kommt. An den Messen und Events wurde ich oft gefragt, wo ich herkomme.»

«Als Bierprinzessin wird man nicht versklavt»

Die Bierprinzessin muss nicht zwingend ein Schluckspecht oder eine Bierliebhaberin sein. «Man sollte Freude an der Brauerei St.Johann und am Toggenburg haben, dazu gehört nicht unbedingt, dass man extrem viel Bier trinken kann», sagt Christine Meyer. Wichtig sei, dass die Bierprinzessin offen sei und ihre Freude nach aussen trage. Dem schliesst sich auch die aktuelle Bierprinzessin Michelle Porchet an. «Man sollte die Sache mit Freude machen. Ich selbst mag sehr gerne Bier, das ist nicht ein Muss-Kriterium, ist aber sicherlich ein Vorteil, so kann man den Leuten auch seine Lieblingssorte zeigen.»

Die neu gewählte Bierprinzessin wird die Brauerei an internen und externen Anlässen vertreten. «Bierprinzessin sein bedeutet aber nicht, von der Brauerei St.Johann versklavt zu werden, sondern man sollte den Job mit Freude machen.» Ein Fassanstich würde beispielsweise von der Bierprinzessin begleitet.

Attraktive Gewinne locken

Ein BMW für ein ganzes Jahr inklusive Versicherung, jeden Monat ein Harass St.Johann-Bier und ein «Kuschelplausch» auf der Schwägalp - die Bierprinzessinnen-Wahl lockt mit attraktiven Preisen. «Auch deshalb würden wir uns freuen, wenn sich noch einige Frauen anmelden und die Wahl stattfinden kann», sagt Christine Meyer.

Fabienne Engbers
Quelle: enf
veröffentlicht: 10. März 2017 18:15
aktualisiert: 10. März 2017 18:15