Pech, wenn es in der Migros Bruggen pressiert

Angela Mueller, 4. Dezember 2017, 21:05 Uhr
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Die neue Migros Bruggen in St.Gallen gerät in Kritik wegen der Damentoilette: Um sie benutzen zu können, braucht es einen Geheimcode. Unangenehm, vor allem dann, wenn es pressiert. Trotzdem will der Detailhändler dieses System bei allen Neubauten einführen.

«Wie kommt man da ins WC?», fragt Theodora Mis vor der Damentoilette in der kürzlich neu gebauten Migros Bruggen. Die Türe ist verschlossen und hat ein Zahlenschloss. Wie der Code lautet oder wo man ihn in Erfahrung bringen kann, steht nirgends. Theodora Mis findet das sehr ärgerlich, denn kürzlich traf sie eine verzweifelte, betagte Frau vor dieser Toilette, wie sie gegenüber TVO schildert.

Mis bot der alten Frau an, den Code zu besorgen und durchlief eine kleinere Odyssee durch die Migros-Filiale, bis sie jemanden finden konnte, der den Code wusste. Als sie zurückkehrt, tritt die Betagte gerade aus dem Herren-WC - dieses war nicht verriegelt.

«Für Betagte, Familien mit kleinen Kindern oder Behinderte ist diese Situation schlimm», sagt Theodora Mis. «Das geht doch einfach nicht.» Die Migros Ostschweiz gibt gegenüber TVO nur schriftlich Auskunft und entschuldigt sich. Es seien bereits Info-Tafeln in Auftrag gegeben worden. Das Herren-WC sei nicht verschlossen, weil das Schloss defekt sei. Doch ein Blick auf dieses WC zeigt, dass sich hier kein Schloss befindet.

Die Migros schreibt zudem: «Sowohl die Damen- wie die Herrrentoiletten werden bei Neubauten standardmässig mit einem Schloss, das per Zugangscode geöffnet werden kann, versehen, um so unserer Kundschaft immer ein gepflegtes WC zur Verfügung stellen zu können.»

«Solche WCs sind weder behindertengerecht noch hindernisfrei»,  sagt Roland Eberle Geschäftsstellenleiter Procap St.Gallen - Appenzell zu TVO. Seine Organisation ist mit diesem Problem bereits vertraut.

Hier geht es zum TVO-Bericht:

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Angela Mueller
Quelle: agm
veröffentlicht: 4. Dezember 2017 20:59
aktualisiert: 4. Dezember 2017 21:05