Schuldiger will keine psychische Behandlung

Fabienne Engbers, 24. Januar 2017, 05:58 Uhr
Im Februar 2015 überfielen sechs Männer eine Hanfanlage in Altstätten. (Archiv)
Im Februar 2015 überfielen sechs Männer eine Hanfanlage in Altstätten. (Archiv)
© Kapo SG
Im Fall Altstätten fand am Montag der letzte Prozesstag statt. Die Schuldigen waren seit Beginn der Verhandlungen geständig, als die Staatsanwaltschaft jedoch eine stationäre Therapie für den Hauptangeklagten anordnete, war dieser überhaupt nicht einverstanden.

Der Hauptangeklagte Dieter Müller soll elf Jahre hinter Gitter. Für die Mitschuldigen wird eine Haftstrafe von drei bis vier Jahren gefordert. Die Täter haben im Februar 2015 eine Hanfplantage überfallen und dabei auf Sicherheitsleute geschossen.

Konsequenzen in Kauf genommen

Alle sechs vor Gericht stehenden Männer hätten die Konsequenzen ihres Überfalls in Kauf genommen. Daher müssten sie auch die Konsequenzen tragen, sagte der Staatsanwalt heute, am letzten Prozesstag. Aus diesem Grund hält die Staatsanwaltschaft an ihren Forderungen fest. Drei bis vier Jahre Gefängnis fordert sie für die Mittäter, elf Jahre soll Hauptangeklagter Dieter Müller einsitzen. Zusätzlich fordert die Staatsanwaltschaft auch eine stationäre Massnahme für den Hauptangeklagten.

Ich muss an mir arbeiten

Die Angeklagten zeigten den gesamten Prozess über Reue. Dass Dieter Müller nun trotzdem eine stationäre Therapie absolvieren soll, damit ist er nicht einverstanden. Er wisse, dass er an sich arbeiten müsse, er wolle sich auch weiterhin therapieren lassen, eine stationäre Massnahme sei aber nicht angemessen, sagte er vor Gericht. Der Grund für diese Abneigung könnte darin liegen, dass eine stationäre Massnahme nicht abgebrochen werden kann.

Ein aufwändiger Prozess geht zu Ende

«Weil es sechs Angeklagte waren, waren die Ermittlungen und der Prozess sehr umfangreich», sagt Andreas Baumann, Mediensprecher der Staatsanwaltschaft St.Gallen. Diese Arbeit sei nun abgeschlossen, man warte auf das Urteil des Gerichts. Dieses Urteil soll in den nächsten Tagen schriftlich bekannt gegeben werden.

Der TVO-Beitrag zum Thema:

Fabienne Engbers
Quelle: red
veröffentlicht: 23. Januar 2017 18:32
aktualisiert: 24. Januar 2017 05:58