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So gefährlich ist dein Kanton

René Rödiger, 28. März 2019, 09:34 Uhr
In den letzten Tagen haben alle Kantone im FM1-Land ihre Kriminalstatistiken veröffentlicht. Wir haben untersucht, welcher Kanton am gefährlichsten ist. Und wo am ehesten dein Auto geklaut wird.
Im Kanton Appenzell Ausserrhoden wird im Durchschnitt jedes 800. Auto geklaut.
© Archivbild/St.Galler Tagblatt

Im Kanton St.Gallen hat es im vergangenen Jahr weniger Tötungsdelikte gegeben. Nach 18 Opfern im 2017 gab es 2018 noch zwölf Opfer. Auffällig im Kanton Thurgau war in der Kriminalstatistik die starke Zunahme bei den Vergewaltigungen. Auch in Appenzell Ausserrhoden gab es 2018 mehr Straftaten als im Vorjahr. Graubünden und Appenzell Innerrhoden verzeichnen eine leichte Abnahme in der Kriminalstatistik.

Aber in welchem Kanton lebt es sich nun am gefährlichsten? Wir haben uns einige Zahlen ein bisschen genauer angeschaut. Allerdings sind diese mit Vorsicht zu geniessen, schliesslich kommt es öfter vor, dass zum Beispiel bei einem einzigen Verbrechen gleich mehrere Straftaten begangen worden sind.

Die «Gesamt-Gefahr»

Mit 339 Straftaten auf 16'105 Einwohner ist Appenzell Innerrhoden das «ruhigste Pflaster» im FM1-Land. Hier ist laut Statistik nur jeder 48. Einwohner von einer Straftat betroffen (0,02 Straftaten pro Einwohner). Zum Vergleich: In St.Gallen, dem gefährlichsten Kanton, gibt es 0,05 Straftaten pro Einwohner, im Schnitt ist damit jede 19. Person davon betroffen.

In der Grafik heisst das: Je grösser die Säule, desto sicherer ist der Kanton.

Straftaten gegen Leib und Leben

Bei Straftaten gegen Leib und Leben werden versuchte und tatsächliche Tötungsdelikte erfasst. Ausserdem sind unter dieser Rubrik alle Arten von Körperverletzung drin. Hier fällt insbesondere der Kanton Thurgau auf. Bei Total 606 Straftaten gegen Leib und Leben auf 273'801 Einwohnerinnen und Einwohner trifft es im Durchschnitt jede 452. Person. In den Kantonen Appenzell Innerrhoden, Ausserrhoden, St.Gallen und Graubünden ist es jede 528. bis 555. Person. Thurgau ist also ein auffällig unsicherer Kanton in dieser Beziehung.

In der Grafik heisst das: Je grösser die Säule, desto sicherer ist der Kanton.

Fahrzeugdiebstahl

Hier haben wir die Anzahl immatrikulierter Personenwagen der Zahl der Fahrzeugdiebstähle in den Kantonen gegenübergesetzt. Da gerade in Appenzell Innerrhoden viele Mietfahrzeuge angemeldet sind, die dann selten im Kanton unterwegs sind, kann es hier zu einer leichten Verfälschung kommen. So kann man sich auch erklären, dass in Innerrhoden jeder 177. Personenwagen gestohlen wird, während es in Ausserrhoden jeder 800. ist. Dort kann man sein Auto also beruhigt stehen lassen. Es kommt eher nicht weg.

In der Grafik heisst das: Je grösser die Säule, desto sicherer ist der Kanton.

Vergewaltigungen

Im vergangenen Jahr gab es laut Kriminalstatistik im FM1-Land 59 Vergewaltigungen (Vorjahr: 60). Alleine 30 davon wurden im Kanton Thurgau registriert (Vorjahr 15). Trotz dieses extremen Anstiegs holt sich Thurgau nicht die unrühmliche Spitzenposition im FM1-Land. Bei zwei Vergewaltigungen auf 16'105 Einwohnern ist in Appenzell Innerrhoden jede 8053. Person Opfer geworden, während es zum Beispiel in Graubünden nur jede 24'736. Person ist.

In der Grafik heisst das: Je grösser die Säule, desto sicherer ist der Kanton.

Fazit

Gerade am Beispiel der Vergewaltigungen kann man sehen, dass die Zahlen mit Vorsicht zu geniessen sind. Kommt es in einem Kanton mit weniger Einwohnern nur schon zu einem Fall mehr als im Vorjahr, steigt das statistische Risiko sofort extrem an.

Selbstverständlich ist jede Straftat eine Straftat zu viel. In der polizeilichen Kriminalstatistik sind jeweils auch nur jene Fälle verzeichnet, die gemeldet worden sind.

Anhand unserer kleinen Stichprobe lässt sich trotzdem sagen, dass die beiden Appenzell zu den sichereren Kantonen im FM1-Land gehören.

René Rödiger
Quelle: rr
veröffentlicht: 27. März 2019 19:11
aktualisiert: 28. März 2019 09:34