Sicherheit

So reagierst du bei einem Stromschlag korrekt

· Online seit 21.01.2024, 14:15 Uhr
Einen leichten Zwick am Weidezaun haben wohl die meisten beim Wandern schon gespürt. Doch wie reagiert man richtig, wenn jemand einen stärkeren Stromschlag abbekommt?
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Ein Stromschlag mit 11'000 Volt: Was wie ein Albtraum klingt, ist kürzlich einem 25-jährigen Deutschen in Arosa passiert. Als er auf dem Heimweg war, kletterte er am Bahnhof auf einen Zug der Rhätischen Bahn und wurde dabei schwer verletzt.

In Gossau ist eine 22-Jährige vor knapp drei Jahren gar gestorben, als ihr das eingesteckte Handy in die Badewanne fiel.

«Auf keinen Fall die Person berühren»

Wenn du selbst von einem Stromschlag getroffen wirst, solltest du dich «möglichst schnell von der Stromquelle entfernen», sagt Adrian Vonlanthen, Mediensprecher der Suva. Denn während der Strom fliesst, verkrampfen sich die Muskeln, «so dass es meistens schwierig ist, sich zu entfernen».

Wenn du miterlebst, wie jemand von einem Stromschlag getroffen wird, solltest du die Stromquelle möglichst schnell abschalten: «Keinesfalls sollte man die Person – die unter Strom steht – berühren, da sich der Stromfluss übertragen kann», so Vonlanthen.

Was passiert im Körper?

Elektrische Impulse steuern unseren Körper – so übermittelt das Hirn über die Nervenbahnen den Muskeln Bewegungsimpulse. «Das Herz hat einen eigenen elektrischen Taktgeber, durch den Körper fliesst sehr wenig Strom (Milliampere). Da unser Körper zu einem grossen Teil aus Wasser besteht, fliesst bei einem Stromschlag die Energie durch den Körper und kann zu lebensbedrohlichen Verletzungen führen», weiss Vonlanthen.

Wenn der Strom durch die Brust fliesst, kann der Herzschlag aussetzen und es kommt zum Herzstillstand. Dazu braucht es «nur sehr wenig Strom». Stromschläge – wie beispielsweise in Arosa mit 11'000 Volt von einer Oberleitung – führen zusätzlich zu Verbrennungen an Aus- und Eintrittsstellen sowie zu inneren Verbrennungen der Organe.

Wie schütze ich mich vor Stromschlägen?

«Wenn man mit Strom zu tun hat, sollte man vorsichtig agieren. Stromstärken ab 50 Milliampere können lebensgefährlich sein», so Vonlanthen. Im Haushalt fliessen bei 230 Volt teilweise mehr als 16 Ampere: «Das ist mehr als 300 Mal mehr als die Stromstärke, die bereits lebensgefährliches Herzflimmern auslösen kann.»

So kann es tödliche Folgen haben, an einer Steckdose zu schrauben oder eine Glühbirne zu wechseln, ohne die Sicherung zu entfernen.

In jedem Fall zur ärztlichen Kontrolle

Laut Suva arbeiten in der Schweiz rund 100'000 Vollzeitbeschäftigte im Umfeld elektrischer Anlagen. Und Strom kann gefährlich sein – denn er ist unsichtbar, geräusch- und geruchslos. Dabei ist das Risiko, bei einem Elektrounfall das Leben zu verlieren, 50 Mal höher als bei anderen Unfällen. Laut Suva werden dem eidgenössischen Starkstrominspektorat jährlich rund 500 Elektrounfälle gemeldet – bei 99 Prozent handelt es sich um Berufsunfälle.

«Besonders heimtückisch ist, dass die von Strom provozierten Schäden oft nicht unmittelbar spürbar sind», erklärt Vonlanthen. Strom kann den Elektrolythaushalt verschieben, wodurch die Impulsgebung des Herzens über Stunden hinweg immer instabiler wird – bis es stolpert, flimmert oder aussetzt. «Deshalb muss jede Person, die einen Stromschlag erlitten hat, zwingend ins Spital oder zum Arzt gebracht werden – auch wenn es ihr vermeintlich gut geht.»

Was es bei elektronischen Geräten im Badezimmer zu beachten gilt, liest du hier.

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veröffentlicht: 21. Januar 2024 14:15
aktualisiert: 21. Januar 2024 14:15
Quelle: FM1Today

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