800 Franken Busse: «Lächerlich»

Laurien Gschwend, 15. Mai 2019, 20:40 Uhr
Anwohner des Flugplatzes Altenrhein haben vom Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) Recht bekommen: Drei Flüge haben ausserhalb der erlaubten Zeiten stattgefunden. Das Strafmass ist den Fluglärm-Gegnern allerdings viel zu gering.

Dreimal innerhalb weniger Tage starteten oder landeten Flugzeuge am Flugplatz Altenrhein ausserhalb der erlaubten Flugzeiten. Vor gut einem Jahr ging deshalb eine Anzeige von Anwohnern ein – mittlerweile wurde der St.Galler Flugplatz vom Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) mit 800 Franken gebüsst. Dass ein Regionalflughafen für Flüge in der Nacht oder früh morgens gebüsst wird, ist eine schweizweite Premiere.

«Hohn und Spott gegenüber Bürgern»

Trotzdem findet Céclie Metzler, Sprecherin des «Komitees Aktion gegen Fluglärm Altenrhein», die 800 Franken seien keine richtige Busse. Gegenüber TVO spricht sie von «Hohn und Spott gegenüber jedem ehrlichen Bürger». Die 800 Franken bezahle der Flugplatz vermutlich aus der Portokasse. «Die Busse ist lächerlich und beschämend.»

Bazl-Mediensprecher Christian Schubert winkt ab. Das Strafmass möge gering erscheinen. Es handle sich aber um eine erstmalige Busse. «Im Wiederholungsfall kann die Busse auf bis zu mehrere zehntausend Franken erhöht werden.»

«Keine wirtschaftlichen Vorteile»

Der Flugplatz akzeptiert die Busse. Die Flüge ausserhalb der erlaubten Zeiten hätten aber ihre Berechtigung gehabt, etwa aufgrund des Wetters oder eines technischen Problems. «All diese Entscheide wurden zugunsten der Passagiere getroffen und haben keine wirtschaftlichen Vorteile für uns gebracht», lässt Medienverantwortlicher und CFO Thomas Mary ausrichten.

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Quelle: TVO

Laurien Gschwend
Quelle: red.
veröffentlicht: 15. Mai 2019 20:40
aktualisiert: 15. Mai 2019 20:40