Staad

«Aus dem Fehler lernen» – Freund des Unglückspiloten über den tragischen Unfall

30. April 2022, 09:03 Uhr
Bei Staad stürzte am Donnerstagnachmittag ein Kleinflugzeug in den Bodensee. Einer, der den verunglückten Piloten gekannt hat, ist Konrad Schefer. Er spricht erstmals über den Absturz und das ausgelöste Leid.
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Quelle: tvo

Ein mulmiges Gefühl stellt sich beim Goldacher Konrad Schefer ein, als er am Freitag, keine 24 Stunden nach dem tödlichen Absturz seines Kollegen, über das Gelände des Flugplatzes Altenrhein schreitet. Der Gedanke, dass die Maschine seines Freundes am Donnerstag nur knapp einen Kilometer entfernt im Bodensee zerschellt ist, lässt ihn nicht mehr los. «Wenn wir uns hier getroffen haben, gab es immer ein bisschen Smalltalk. Er war ein sehr umgänglicher Mensch.» Sein Kollege sei schon sehr lange geflogen, er habe viel Erfahrung auf dem von ihm geflogenen «Muster», wie es in Fachkreisen heisst, gehabt.

«Sonst würden viel mehr Flieger in den See stürzen»

Umso überraschender ist für Konrad Schefer der Umstand, dass es überhaupt so weit kommen konnte. Ebenfalls speziell sei, dass das Unglück so kurz nach dem Start seinen Lauf genommen habe: «Beim Start ist das Flugzeug parat und der Pilot hat alle seine Checks gemacht. Die Sicherheit der Flugzeuge werde stets grossgeschrieben und sie müssen extrem oft gewartet werden. «Es passiert schon sehr selten.»

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Quelle: BRK News/FM1Today/Dario Brazerol

Aus den Fehlern des verunglückten Piloten lernen

Die genaue Unfallursache wird aktuell von der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) untersucht. Schefer wartet gespannt auf die Ergebnisse: «Uns Piloten ist es sehr, sehr wichtig, zu wissen, warum der Motor ausschaltete. Vielleicht kann man aus dem Fehler lernen.» Auch ohne die Untersuchungsergebnisse zu kennen, kann Schefer schon etwas für sich persönlich aus diesem tragischen Fall mitnehmen: «Beim Start die Checks sauber machen und sich nicht fragen, ob man unter Umständen schon früher losfliegen könnte.»

Sein Hobby aufgeben will der 57-Jährige indes nicht. Der Respekt vor der Fliegerei ist jetzt allerdings grösser denn je.

(red.)

Quelle: TVO
veröffentlicht: 29. April 2022 19:13
aktualisiert: 30. April 2022 09:03
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