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Ebnat-Kappel

Beat Breus Weihnachtszirkus feiert Premiere

Rita Bolt/St.Galler Tagblatt, 24. November 2021, 13:49 Uhr
Standing Ovations an der Premiere des Toggenburger Weihnachtszirkus von Beat Breu in Ebnat-Kappel. Doch es verlief nicht ganz alles reibungslos am ersten Abend. Die technischen Abstimmungen und Übergänge müssen noch verbessert werden.
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Quelle: FM1Today

«Öpe än Hick häts scho dine gha», sagte Zirkusdirektor Beat Breu nach dem Schlussapplaus an der Premiere seines Weihnachtszirkus, wie das «St.Galler Tagblatt» berichtet. Er spricht damit auch seine Nummer «Eselschule» mit Esel Don Camillo an, die nicht ganz optimal verlaufen ist. Breu erzählt dem Publikum, dass er mit dem Esel zur Schule gegangen sei und ihn gut kenne. Don Camillo kenne sich aus mit Geometrie und könne «ä Rundumeli» laufen. Don Camillo wollte nicht so recht.

Der Esel wisse zudem, was es mit der Schwerkraft auf sich habe – er ging etwas zögerlich auf eine Wippe. Als dann Breu mit dem Esel rechnen wollte, wurde es dem Grautier zu bunt und er hätte die Manege wohl am liebsten verlassen. Da hilft wohl nichts als Nachhilfe. In der Manege habe es Sachen gehabt, die Esel nicht mögen, erklärte Breu nach der Vorstellung. «Das müssen wir ändern.» Die zweite Eselnummer nach der Pause glückte gut: Breu war als Mexikaner mit Sombrero kostümiert. Don Camillo und Peppone sind durch Lichterbögen gelaufen und über brennende Kerzen gesprungen.

Verständigung ist nicht einfach

Die beiden Zirkuszelte beim Bahnhof sind hell beleuchtet. Im Eingangszelt steht der nostalgische Bistrowagen. Im Zirkuszelt haben 200 Personen Platz. In der Manege liegt Sägemehl, die Besucher sitzen auf weissen Stühlen mit Lehnen, die vordersten Gäste werden für Publikumsspiele in die Manege geholt, Nummerngirls in wechselnden Kostümen kündigen die Auftritte an: «Wir machen Traditionszirkus», sagt Beat Breu. Wichtig sind ihm Clowns.

Das Clownduo Nandayapa aus Mexiko ist mehrere Male zu sehen – auch als Esel. Die deutsche Clownin Moki macht ganz kleine, grosse und riesige Seifenblasen. Tamara zeigt Trapezkünste an Tüchern unter der Zirkuskuppel, Katharina eine Hula-Hoop- und eine Peitschen-Darbietung in der Manege. Wer in einem kleinen Zirkus ein Engagement hat, muss verschiedene Rollen spielen.

Die jungen Männer der Truppe Lara Acro sind vor der Vorstellung Platzanweiser in roten glitzernden Gilets mit roten Hüten, dann Manege-Arbeiter ohne Gilets und am Schluss des Programms machen die Männer aus der marokkanischen Hafenstadt Larach Menschenpyramiden und -türme, unterstreichen ihre Akrobatik mit lauten Rufen und zeigen eine fulminante Show. «Die Verständigung mit den ausländischen Artisten ist nicht ganz einfach», sagt der Zirkusdirektor nach der Vorstellung. Die hübschen Nummerngirls sind Tänzerinnen von Matchless Dance aus dem Schweizerischen Hünenberg.

Mit Ausnahme einer tschechischen Gruppe sind alle Artisten in Ebnat-Kappel angekommen. Die ersten Proben haben am vergangenen Freitag stattgefunden. Am Dienstag war Premiere. Die technischen Abstimmungen und Übergänge müssen noch verbessert werden. Das Premiere-Publikum war Breu gut gesinnt und hat ihm Standing Ovations gespendet, nicht zuletzt für seinen Mut, nach so kurzer Probenzeit die Premiere zu wagen. «Wir sind wie alle anderen Schweizer Zirkusunternehmen nicht der Circus Knie. Der spielt in einer andern Liga», sagte Breu an der Medienkonferenz im Oktober.

«Es grenzt an ein Wunder»

Der Ex-Radrennprofi hat sein Versprechen wahr gemacht. Nach zwei Jahren ist er in die Manege zurückgekehrt und hat mit dem Toggenburger Weihnachtszirkus in Ebnat-Kappel seinen Traum verwirklicht. Nach dem Aus seines damaligen Zirkus konnte er dank privater Unterstützung nun wieder ins Zirkusleben einsteigen.

Die Zirkuswagen stammen vom in Konkurs gegangenen Circus Royal. «Es grenzt an ein Wunder, dass wir heute hier sind», begrüsste der 64-Jährige im roten Frack und schwarzem Zylinder seine Premierengäste. Bevor er die Manege für seine Artisten freigibt, zeigt der «Bergfloh» einen Film mit seinen grössten Erfolgen als Radrennfahrer, untermalt mit Musik des St.Galler Pop-Duos Dachs, die den Breu-Song «So ä Legände, so ä Legände, so wird keine vo eu» singt.

Rita Bolt/St.Galler Tagblatt
Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 24. November 2021 13:44
aktualisiert: 24. November 2021 13:49